13 Wege sich für Allianzpolitik und totale Befreiung einzusetzen

von Dr. Steven Best

Wir sind all denen dankbar die reges Interesse an unserem kürzlich veröffentlichten “Manifest für radikalen Abolitionismus,”[1] gezeigt haben – und an der dazugehörigen Facebook-Gruppe, „Radical Abolition: Total Liberation By Any Means Necessary.“[2]

Dr. Steven Best leitet eine der ersten Anti-Vivisektion Demos in Moskau, Russland.

Wir haben diese Gruppe in der Hoffnung gegründet, dass wir damit eine vegane Abolitionsbewegung wiederbeleben können, die in einem Sumpf aus Selbstzufriedenheit, Ängstlichkeit und dogmatischen Tagträumen steckengeblieben ist – einen kleinen, aber hegemonialen Ansatz der von Pazifismus paralysiert ist und von der kultähnlichen Folgsamkeit gegenüber einem autoritären Führer.

Wir haben diese moribunde Manifestation ganz richtig als einen bürgerlichen, elitären, einseitigen, konsumorientierten, unpolitischen Pseudo-Abolitionismus identifiziert, der nicht weit kommen wird.

Wir haben bewiesen, dass dieser engstirnige, selbstgefällige und prahlerische Lifestyle-Narzissmus, die Isolation des Veganismus und der Tierrechte von anderen Bewegungen vorantreibt. Es bestätigt das vorherrschende Bild einer Bewegung die aus privilegierten weißen Liberalen besteht, denen die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realitäten gleichgültig sind, von denen Milliarden von Menschen in der ganzen Welt zugrunde gerichtet und zerstört werden.

Wir haben die lähmenden Illusionen des pathologischen Pazifismus aufgelöst, die uns handlungsunfähig machen, und aufgedeckt welche Arroganz, Aggression und verbale Gewalt sich hinter der Maske aus Gewaltlosigkeit und Jainismus versteckt.

Wir haben Veganismus und Abolitionismus neu definiert, als sozial in der Erscheinung, als pluralistisch und kontextualistisch in der Methodik und radikal in der Politik.

Wir haben gesagt, was gesagt werden musste.

Wir haben unseren Ansatz so umrissen, dass er nicht nur eine Kritik und Negation des Lifestyle-Veganismus, des “kulinarischen Aktivismus” und der Schlafzimmer-Blogger ist, die im Cyberspace-Vakuum herumlabern, sondern dass er auch eine positive Alternative zu seinen blasierten bürgerlichen Werten und völliger Sterilität ist. Es liegt daher an uns, neue, kreative, konstruktive und konkrete Vorgehensweisen vorzuschlagen, wie sie nur in Allianz mit einer Vielfalt von sozialen Bewegungen und progressiven politischen Stimmen wachsen können. In der Tat, seit unserem Debüt am 13. November 2009, haben Menschen aus der ganzen Welt – die sich eindeutig nach einer neuen Politik, neuen Visionen und Möglichkeiten sehnen– Dankbarkeit für unsere Kritik ausgedrückt und Begeisterung für unser Projekt zum Ausdruck gebracht, während sie gleichzeitig um Vorschläge gebeten haben, wie man sich für totale Befreiung einsetzen kann.

Was folgt sind die ersten dreizehn Vorschläge, um eine diversifizierte und geschlossene, globale Bewegung aufzubauen, nur das kann die Systeme der Unterdrückung niederreißen, durch welche die biologische Vielfalt zerstört wurde, die den ökologischen Kollaps ausgelöst haben und dem menschlichen Potenzial seit mehr als zehntausend Jahren entgegenwirken – was lange genug ist. Wir fordern diejenigen, die an den belebenden Möglichkeiten eines Wandels durch eine deutlich andere Theorie und Politik interessiert sind, dazu auf zu lesen, zu lernen, denken, wachsen und ihren Bezugsrahmen soweit auszuweiten, bis die Probleme und mögliche Lösungen ins Blickfeld kommen. In diesem evolutionären Prozess vermitteln wir Theorie und Praxis, so dass wir nicht nur durch Lesen lernen, sondern auch durch Handeln, nicht durch Isolationshaft, sondern durch den Dialog mit anderen.

In dem Moment wo wir den inselartigen, sehr bequemen Bereich einseitiger Ansätze verlassen und uns auf das umfangreiche und komplexe globale Schlachtfeld der Machtpolitik und Widerstandsbewegungen vorwagen, ist es notwendig solche Tugenden wie Stärke, Kraft, Mut und Geduld zu entwickeln. Der Aufbau einer radikalen Koalition – wie es sie an Tiefe, Umfang und Inklusivität so noch nie gegeben hat – stellt eine gewaltige Herausforderung dar. Innerhalb der friedlichen, gerechten und ökologisch orientierten Gemeinschaft linker Humanisten und sonstiger “Progressiver”, läuft man in die gleiche Wand aus dogmatischen Speziesismus, die das gesellschaftliche Bewußtsein im Allgemeinen umgibt und subversive Ideen und anti-hierarchische Politik zurückweist.

Wir müssen auf andere mit Respekt und Bescheidenheit zugehen und uns sehr wohl bewusst sein, dass wir, obwohl wir viel zu lehren haben, auch sehr viel lernen – und verlernen – müssen. Denn wenn wir andere von der monumentalen Bedeutung des Aufstiegs und des möglichen Sturzes des Speziesismus überzeugen, werden die Menschen auch herausgefordert jede Form von latenten Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Behinderten-Diskriminierung, Elitismus und Klassendenken zu erkennen. Das Projekt der radikalen Allianzpolitik wird zudem nicht leichter, angesichts der Gegenreaktion die von mächtigen Konzerne und einem faschistischen Polizeistaat ausgeht, wie es jetzt bereits im Gange ist.

Doch mit der bisherigen Veröffentlichungen, Konferenzen und Projekten, durch die Allianzen in zahlreichen Ländern aufgebaut wurden, sowie mit dem aktuellen Manifest und der Facebook-Gruppe „Radical Abolition“, haben wir den Prozess des Dialogs und Brückenbaus eingeleitet, der für eine grosse, mehrdimensionale Bewegung, die das Potenzial für eine revolutionäre Veränderung besitzt, unerlässlich ist. [3] . Unser bescheidenes Ziel ist es, neuen Boden zu erschließen und die Saat für den globalen Widerstand und sozialen Wiederaufbau zu setzen.

Die Politik der totalen Befreiung muss zwar noch erfunden werden und wir geben nicht vor all die Fragen zu verstehen, geschweige denn alle Antworten zu haben. Aber wir wissen, dass sich die Tierrechts“bewegung“ im Stillstand befindet und in einer Sackgasse feststeckt – und dass wir einen neuen Weg brauchen. Wir wissen, dass das hegemonische Modell des „veganen Abolitionismus“ schon bei seiner Erschaffung vereinnahmt wurde und bei seiner Ankunft bereits tot und zum Scheitern verurteilt war. Es war, ist und wird in seinem hermetischen Zustand der Isolation immer fehlerhaft sein, in seiner religiösen Überzeugung sich im Inbesitz der Wahrheit zu befinden, in seiner dogmatischen Zensur jedes Widerspruchs, in seiner betäubenden Leugnung der sozialen und ökologischen Krise, und seiner kollektiven Halluzination einer friedvollen Veränderung.

Dies ist der erste von vielen Entwürfen, und wir möchten von dir Vorschläge für weitere Aktionen bekommen und erfahren welche Gedanken du im Allgemeinen zur Politik der totalen Befreiung hast. Wir hoffen, dass du dich uns in diesem spannenden, experimentellen Entwicklungsprozess anschließt, bei dem wir neue Gemeinschaften und weitreichende Bündnisse aufbauen werden, indem wir Strategien anwenden wie wir sie unten vorschlagen.

Bitte teile deine Erfahrungen und Ideen mit uns, in unserem Diskussionsforum und anderswo. Vor uns liegt eine globale Krise und Herausforderung mit der die Menschheit noch nie zuvor konfrontiert wurde. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Apathie und Selbstgefälligkeit sind gefährlichere Feinde als der Kapitalismus selbst.

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1) Beginne mit einem gründlichen und ehrgeizigen Leseprojekt, das Grundwissen in Geschichte, sozialer Theorie, politischen Bewegungen und politischer Ökonomie gibt (dh. die kritische Analyse der kapitalistischen Wirtschaft und des entscheidenden Einflusses, den sie auf Aspekte der Realität, der Gesellschaft, Erfahrungen und Gedanken nimmt). Ein solches Projekt würde das Eintauchen in marxistische, anarchistische, feministische, anti-rassistische, anti-kolonialistische, anti-imperialistische und anti/alter-Globalisierungs-Literatur einschliessen, zusammen mit der allgemeinen Geschichte. Schwierig? Ja. Aber wer sagt Revolution ist einfach?

2) Zwar ist es wichtig, dass du das Manifest liest, seine Motivation verstehst und seine Philosophie aufnimmst, wir empfehlen aber das Studium der folgenden Bücher und Ressourcen, die dein Verständnis einer Politik der vollständigen Befreiung sicher erweitern werden:

3) Kontaktiere Gruppen wie Vegan Outreach, Compassion Over Killing, Mercy for Animals[11] und fordere sie auf ihre Botschaft zu verändern, damit sie die kämpfende Arbeiterklasse erreichen, die farbigen Menschen und finanziell schwachen Gemeinschaften. Sie müssen zeigen, dass Gesundheit, Mitgefühl gegenüber anderen Tieren und eine nachhaltige Umwelt für alle von entscheidender Bedeutung sind, und sie müssen die Menschen, die nur ums Überleben kämpfen, berücksichtigen. Wenn du schon dabei bist, bitte Mainstream-Gruppen wie Vegan Outreach endlich damit aufzuhören Proteste und direkte Aktionen zu kritisieren, und alles und jeden, sowie sämtliche Vorgehensweisen in die gleiche homogenisierte Kategorie quetschen zu wollen.

4) Bilde Allianzen in deiner eigenen Region und Gemeinde. Arbeite mit anderen Personen und Gruppen zusammen, die gegen Unterdrückung, Diskriminierung, Hierarchie, Gewalt, Militarismus, Kapitalismus, Imperialismus, und so weiter kämpfen (zB LGBT-Gruppen, solche die für Rassengleichheit kämpfen, FeministInnen, Anti/Alter-Globalisierungs-Netze, Linke, Anarchisten und Umweltschützer) . Erkläre den Menschen, die privilegierten weißen Veganern und Tierbefreiern skeptisch gegenüberstehen, dass unsere Anliegen von entscheidender Bedeutung sind, damit die Gewalt beendet wird, die Unterdrückung beseitigt, und soziale, sowie ökologische Krisen abgewendet werden, während du die Notwendigkeit und die Gültigkeit ihrer Anliegen bekräftigst.

Während positive Unterschiede erkannt werden, die überwiegen sollten, bemühe dich gemeinsame Anliegen bei Themen wie Gewalt, Diskriminierung, kapitalistische Ausbeutung und Umweltzerstörung zu identifizieren. Stelle Veganismus / Tierrechte als soziale Bewegung vor, die Gewalt und Diskriminierung gegenüber allen Tieren ausmerzen will – menschlichen und nicht menschlichen.

5) Bewege dich von trendigen Cafés, eleganten Einkaufszentren und Uptown-und Komfortzonen der Vorstädte weg, in Bereiche die vollständig von Veganer und Tierschützer Communitys vernachlässigt werden. Veganismus muss entmystifiziert und für das gesamte sozioökonomische Spektrum zugänglich gemacht werden, nicht nur für die weiße privilegierte Elite. Er muss neu verpackt werden als eine kostengünstige Ernährung, sowie als der gesündeste, ethischer und beste Weg zur ökologischen Erneuerung und Nachhaltigkeit. Es ist Zeit sich für die restlichen 99% der Bevölkerung zu engagieren, die von unseren Communitys eklatant ignoriert wurden. Lehre, aber predige nicht, spreche, aber höre zu, unterrichte und werde unterrichtet, unterstütze und du wirst vielleicht ebenfalls unterstützt werden. Der Prozess des Lernens und sich selbst für andere Anliegen zu sensibilisieren, für Geschichten, Kulturen, Identitäten und Erfahrungen mit der Unterdrückung, ist nicht nur ein Instrument um Allianzen zu bilden, es erweitert den geistigen und moralischen Horizont. Die harte Arbeit der Bündnispolitik kann dann als ein Prozess des Wachstums und der Erfüllung gesehen werden, statt als ein monumentales Hindernis oder belastende Aufgabe.

6) Organisiere eine vegane Essensausgabe für die Armen und Benachteiligten in deiner Gemeinde. Oder gebe Menschen im Obdachlosenheim, oder an einem Treff, großen Mengen von veganem Chili, Maisbrot und Eistee. Schicke Pressemitteilungen über die Veranstaltung in die lokalen Medien und betone die Zusammenhänge zwischen Armut und Klasse, zwischen verschiedenen Formen der Unterdrückung und Speziesismus, der Heimatlosigkeit der menschlichen und nichtmenschlichen Tiere gleichermaßen. Zeige der Welt, dass das vorherrschende Bild der Veganer und Tierschützer als Misanthropen die sich für menschliche Tragödien nicht interessieren, falsch ist und niemals im Einklang mit unseren Grundsätzen und unser Ethik steht. Demonstriere mit gutem Beispiel und konkreten Aktionen, dass unsere sozialen und ethischen Ansätze sich gleichermaßen gegen menschliche wie gegen nichtmenschliche Ausbeutung richtet, und dass Bündnispolitik und Brückenbau unverzichtbare Instrumente für die Befreiung von jedem einzelnen und allen zusammen sind. [12]

7) Öffentlichkeitsarbeit muss auch im Internet stattfinden, also fange damit an online Brücken zu bauen, ohne jemals die Straße zu vernachlässigen. Wähle ein paar einzelne Personen oder Gruppen auf Facebook oder MySpace aus und beginne eine Diskussion über gemeinsame Anliegen und mögliche Allianzen [13]. Bringe sie mit Veganismus und Tierrechten in Verbindung, während sie dir mehr über ihre Sorgen und ihre Kämpfe erzählen. Trete Foren bei die soziale Revolution befürworten und finde eine gemeinsame Grundlage mit erfahrenen Freiheitskämpfern wie der Black Panther Partei [14]. Ergreife die Initiative, indem du sie zu deinen Seiten und Blogrolls hinzufügst und sie bittest deine Seite zu ihren Seiten hinzuzufügen. Untersuche deine Freunde-Liste und Pinnwand-Beiträge: entdeckst du einen überwältigend einseitigen Fokus, der menschliche Unterdrückung vernachlässigt und den Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Klassendenken und staatliche Repression? Wenn ja, solltest du deine Seiten und Politik vielleicht diversifizieren. Ganz nützlich, sowohl MySpace als auch Facebook lassen dich deine Freunde in Kategorien mit Titeln deiner Wahl organisieren, wie “European Animal Liberation”, “Feminismus”, “Anarchismus” und “Gegen-Gefangenschaft.”

8 ) Gehe vom Lokalen zum Globalen über, recherchiere, veröffentliche und kläre über die tiefgreifenden Veränderungen auf, die in China und Indien stattfinden, zwei entscheidende Brennpunkte des Wandels.

Als Indikation für ihr bürgerliches Denken und ihren vollständigen Rückzug aus der stattfindenden globalen Krise, versagen vegane Abolitionisten ganz und gar dabei, die monumentalen sozialen Veränderungen in China und Indien zu diskutieren, damit sie in der Küche in Ruhe Plätzchenbacken können (während die bevölkerungsreichsten Nationen der Welt zu einer konsumorientierten und karnivoren Gesellschaftsform wechseln), sowie den biologischen und ökologischen Zusammenbruch durch Massensterben und den globalen Klimawandel. Initiiere die derzeit dringendste Form von “veganer Öffentlichkeitsarbeit”, indem du vegane Gruppen in diesen Ländern findest und mit ihnen zusammenarbeitest.

9) Arbeite mit neu geschaffenen Gruppen zusammen, die totale Befreiung vertreten, wie die Alliance for Progressive Science (APS), [15] , die von NIO, TPC, Steve Best und dem North American Animal Liberation Press Office (NAALPO) [16] gebildet wurde, um gegen “Pro-Test “Vivisektions-Aktivistengruppen in Großbritannien und den USA zu kämpfen. [17] APS fordert die völlige Abschaffung der Vivisektion und zeigt wie ein fehlerhaftes Forschungmodell, sowohl nichtmenschliche wie auch menschliche Tiere gleichermaßen tötet, und dass die “Forschung” und Vermarktung von Arzneimitteln nicht etwa durchgeführt wird, um Wissenschaft zu fördern und Krankheiten zu heilen, sondern um die Gewinne von Kapitalgesellschaften wie Merck, Pfizer und GlaxoSmithKline zu maximieren.

10) Entwickle neue Taktiken, indem du innovative Modelle wie die der AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP) anstrebst.[18] Um durch die Wände der öffentlichen Gleichgültigkeit und Passivität zu brechen und eine grosse Zahl von Menschen zu erreichen und zu inspirieren, hat ACT UP herkömmliche Protestmodelle verworfen (bei denen ein paar Leute Schilder halten und Sprechchöre anstimmen, unter den Bedingungen die von der Polizei genehmigt wurden), um stattdessen festliche Demonstrationen und Taktiken zivilen Ungehorsams zu bevorzugen, wie Sit-ins, Die-Ins und der Bildung von Blockaden. Andere aktuelle Beispiele des kreativen Widerstand sind die “subversiven” Radfahrer von Critical Mass [19] und die Bewegung der ländlichen Frauen von Chipko ( “treehugging”) in Indien .[20]

11) Trete einem Netzwerk zur Unterstützung der politischen Gefangenen aus Tierrechts-, Umwelt-oder politischen Bewegungen bei oder starte eins. Unterstütze Aktionen, indem du Informationen über ihren Fall verbreitest, Briefe schreibst und Bücher und Artikel schickst, durch persönliche Besuche, Versenden von Flyern, Organisation von Veranstaltungen und Spendensammeln, um dabei zu helfen für die Anwaltskosten zu bezahlen..[21]

12) Im Gegensatz zu Pazifisten, unterstützen radikale Abolitionisten die Taktik der Animal Liberation Front, dazu gehören Labor-Einbrüche, Nerz-Befreiungen und wirtschaftliche Sabotage. Im Gegensatz zu denen, die solche Maßnahmen allumfassend als kontraproduktiv und “gewalttätig” verdammen, sehen wir sie als legitimen, notwendigen und effizienten Weg, um die echte Gewalt zu beenden, welche die Ausbeuter ihren nichtmenschlichen Opfern zufügen. Wir ermutigen diejenigen, die dem Untergrund beitreten, wie auch immer, ihre Aktionen sorgfältig zu recherchieren und zu planen. „Don’t do the crime if you can’t do the time.“ (begehe kein Verbrechen, wenn du nicht die Zeit absitzen/ bzw. nicht die Konsequenzen tragen kannst). Es gibt nichts Schlimmeres als einen verängstigten Informanten. Um Rat zu erhalten wie du im Undergrund arbeiten kannst, entweder als eine Ein-Mann-Armee oder in einer Zelle mit ein paar vertrauenswürdigen Gleichgesinnten, siehe: http://negotiationisover.com/?p=4033 und einen nützlichen Leitfaden für legale und illegale direkte Aktion findest du hier: http://negotiationisover.com/?p=1997.

13) Schreibe und veröffentliche deine Recherchen und Erfahrungen zu Allianzpolitik und kreativen Aktionen auf NIO, TPC und in sozialen Netzwerken. Teile deine Gedanken, Sorgen, Fragen und Erfahrungen im „Radical Abolition“ Diskussionsforum.

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Wir haben vier Hauptziele, wenn wir die ökologische Krise, die über uns hereinbricht überleben wollen: (1) alle Vorurteile aufzugeben, einschließlich Speziesismus, (2) uns selbst zu bilden und dabei zu lernen aus systemischer Sicht zu denken; (3) Dialoge führen und voneinander zu lernen, und (4) strategische Allianzen und Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung zu bilden. Es existieren Allianzen der Herrschaft, sowie Gemeinsamkeiten der Unterdrückung (z. B. überlappende Ideologien und Strukturen von Speziesismus und Sexismus oder Kapitalismus und Rassismus), und es gibt Allianzen der Befreiung, bei denen die vereinten Kräfte einen Rammbock bilden können, der die Systeme der Unterdrückung zerschlägt und die Tür in eine alternative Zukunft aufbricht.

Die gewöhnliche Politik kann es einfach nicht mehr packen. Wir werden immer verlieren, wenn wir nach ihren Regeln spielen, statt ihnen die Pest an den Hals zu wünschen und neue Formen des Kampfes zu erfinden, neue soziale Bewegungen und eine neue Sensibilität. Das Bekämpfen der Ursachen erfordert entschlossene und direkte Aktionen: Rodungsstraßen müssen blockiert werden, Treibnetze müssen zerschnitten und Käfige geleert werden. Aber dies sind defensive Aktionen; neue Bewegungen müssen aufgebaut werden, solche die sowohl soziale als auch ökologische Fragen in multiethnische und globale Allianzen einbringen. Solche Ansätze wurden von Judi Bari und Earth First! unternommen, von der Bewegung für ökologische Gerechtigkeit, der internationalen grünen Bewegung, den Zapatisten, und der Alter-Globalisierungsbewegung gegen transnationalen Kapitalismus.

Eine neue revolutionäre Politik wird auf die Errungenschaften der demokratischen, freiheitlichen sozialistischen und anarchistischen Traditionen aufbauen. Diese wird radikale grüne, feministische und indigene Kämpfe darin einbinden. Diese wird die Interessen nichtmenschlicher Tiere, der Erde und menschlicher Tiere in einem Kampf für totale Befreiung verschmelzen, gegen den globalen Kapitalismus und seine omnizidale expandiere-oder-stirb Logik. Radikale Politik muss der wachsenden Macht des Staates, den Massenmedien und Unternehmen entgegenstehen und sie umkehren, um Egalitarismus und partizipatorische Demokratisierung auf allen Ebenen der Gesellschaft zu fördern, wirtschaftlich, politisch und kulturell. Sie demontiert alle asymmetrischen Machtverhältnissen und Strukturen der Hierarchie, einschließlich die des Menschen gegenüber anderen Tieren und der Erde. Das geht unmöglich ohne die Revitalisierung der Bürgerschaft und der Repolitisierung des Lebens, was in Form von Bildung beginnt, von Kommunikation, Kultur und Kunst, die wütend macht, aufweckt, inspiriert und Menschen die Kraft zu Taten und Veränderungen gibt.

Die Allianzen die für eine Politik des 21. Jahrhunderts gebraucht werden – dem entscheidendsten Jahrhundert in der Geschichte der Menschheit – wird man nicht leicht bilden können. Es ist schon schwierig eine Bewegung zu gründen, die sich nur auf eine Sache konzentriert, eine lokale Gruppe zu organisieren oder auch nur eine Beziehung zu einer anderen Person zu haben, geschweige denn die komplexen Allianzen aufzubauen, die notwendig sind, um die soziale und ökologische Katastrophe abzuwenden.
Es gibt keine Garantie, dass Menschen es schaffen werden Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Egoismus, Angst, und gesellschaftliche Fragmentierung zu überwinden, so dass sie harmonisch miteinander, mit anderen Arten und der Erde leben können. Die einzige Sicherheit die wir haben ist, wie auch immer, dass einseitige reformistische Politik ein Rezept fürs Scheitern, für Katastrophen und das Aussterben ist.


[1] http://negotiationisover.com/?page_id=3738.

[2] http://www.facebook.com/group.php?gid=309613730182. (Anmerkung 9.April 2010: Gruppe wurde von Facebook zensiert und gelöscht, bitte schickt eine email an camille@negotiationisover.com mit dem Betreff “Faceboook Radical Abolition Group”)

[3] Zum Beispiel unternahm Steve Best zu drei verschiedenen Gelegenheiten, umfangreiche Vortragsreisen in Südafrika, sprach zu Gemeinde-Gruppen und Publikum an Universitäten, gab dabei Radio, Fernsehen und Zeitungen Interviews in Johannesburg und Kapstadt. Bei einer wichtigen Veranstaltung half er bei der Organisation und gab den Eröffnungsvortrag bei der ersten Konferenz zur totalen Befreiung in Südafrika. Vor einem bunt gemischten Publikum von 300 Personen, debattierte er mit einer Gruppe von Aktivisten und Humanisten über Themen wie Veganismus, Tierrechte und Bündnispolitik.
Einen vollständigen Bericht über die Veranstaltung und den Text seiner programmatischen Rede findest du unter:
http://www.animalrightsafrica.org/onestruggle/index.php
ein Videoclip der Rede und Highlights von der folgenden Debatte, hier:
http://www.animalrightsafrica.org/onestruggle/.

[4] http://thomaspainescorner.wordpress.com/total-liberation/.

[5] http://negotiationisover.com/?page_id=1799 .

[6] http://veganideal.org/.

[7] http://eco-health.blogspot.com/.

[8] http://pattricejones.info/blog/

[9] http://calmaction.org/.

[10] Terrorist or Freedom Fighters and Igniting a Revolution – nicht nur über Allianzpolitik reden, sondern sie in die Tat umsetzen. Diese stimulierenden Anthologien wurden von einer Vielfalt von Stimmen mit gemeinsamen Interessen zusammengetragen – einschließlich Aktivisten, Akademikern, Dichtern, Künstlern, politischen Gefangenen, Feministinnen und Queer-Theoretikern, Freegans, nativen Amerikanern, schwarzen Freiheitskämpfern, Tierbefreiern und Erdbefreiern – im Gespräch über gemeinsame Interessen den Kapitalismus zu bekämpfen, ökozidale Systeme, Gewalt und hierarchische Herrschaft in allen Formen.

[11] http://www.veganoutreach.org/, http://www.tryveg.com/cfi/toc/, http://www.mercyforanimals.org/vegan-starter-kit.aspx

[12] Tipps für ein ähnliches Projekt, wie man eine lokale „Food Not Bombs“ Gruppe organisiert, siehe: http://home.earthlink.net/~foodnotbombs/seven.html.

[13] Beispiele sind zB Vegans of Color (http://vegansofcolor.wordpress.com/), American Indian Movement (http://www.aimovement.org/), Earth First! (http://www.facebook.com/group.php?gid=2260520127), Resisting Oppression – India (http://www.facebook.com/group.php?gid=112047929155), und Violence Against Women (http://www.facebook.com/group.php?gid=446738067754).

[14] http://www.blackpanther.org/.

[15] http://negotiationisover.com/?page_id=3927.

[16] http://www.animalliberationpressoffice.org/.

[17] http://negotiationisover.com/?page_id=3927

[18] Siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/AIDS_Coalition_to_Unleash_Power. Siehe auch ACT UP’s “Civil Disobedience Index,” http://www.actupny.org/documents/CDdocuments/CDindex.html.

[19] http://www.criticalmass.com/.

[20] http://www.unu.edu/unupress/unupbooks/80a03e/80A03E08.htm.

[21] Siehe zum Beispiel, Free All Political Prisoners (http://www.facebook.com/group.php?v=app_2373072738&gid=309613730182#/group.php?gid=75734019762), Prison Abolitionist (http://prisonabolitionist.blogspot.com), Anarchist Black Cross Federation (http://www.abcf.net/abcf.asp?page=warchest), und Earth Liberation Prisoner Support Network (http://www.spiritoffreedom.org.uk/addresses.html).