Direct Action Guide Index

Notitz: Dieser Leitfaden wurde aus zwei Animal Liberation Front-Leitfäden erarbeitet.
Es ist sehr vorteilhaft legale Aktionen von einer Person aufzeichnen zu lassen, um Handlungen der Polizei nachweisen zu können.
- Bringe immer Stift und Papier zu legalen Protesten mit und notiere dir wie die Polizei vorgeht. Schreibe ihre Namen und die Nummern ihrer Abzeichen auf. Wenn sie dich angehen, verlange nach ihren Dienstausweis, wenn sie sich weigern diesen zu zeigen, frage nach ihren Namen, offiziellen Titel, Anschrift und Telefonnummer und notiere dir dies. Schreibe dir das Datum und die exakte Uhrzeit auf und was vorgefallen war, sowie welche Worte genau gewechselt wurden.
- Wenn ihr einen Beobachter ernannt habt, sollte dieser eine Videokamera mitbringen (Wenn ihr keinen Beobachter habt, solltest du oder einer deiner Freunde eine Videokamera, für den Fall das diese benötigt wird, mitbringen). Manchmal verhält sich die Polizei auf Protesten gesetzeswidrig, zum Beispiel drangsalieren sie Demonstrationsteilnehmer. Der Beobachter kann solche Vorkommnisse auf Band festhalten und gleichzeitig vor weiterer Brutalität abschrecken.

- Beobachter sollten eine professionell aussehende Kleidung tragen. Das lässt sie glaubwürdiger erscheinen und veranlasst die Polizei zu größerer Obacht.
- Wenn der Beobachter eine Medienplattform vertritt hat dieser mehr Basisrechte und ist für die Polizei weniger angreifbar. In manchen Staaten ist es verboten auf Veranstaltungen dieser Art die Akustik mit aufzuzeichnen. Dieses Verbot gilt aber für Medienreporter nicht.
- Wenn der Beobachter ein Medienvertreter ist, sollte dieser überlegen einen Presseausweis zu beantragen, da ihm mit diesem viele Privilegien vorbehalten wären, die normalerweise verboten sind.
- Bei großen Demonstrationen wäre die Anwesenheit mehrere Beobachter vorteilhaft und vielleicht auch die von Anwälten.
- Legale Beobachter sollten weder in den Protest einbezogen sein, noch Reden halten oder sonstiges tun ausser beobachten und filmen.
- Wenn du als Beobachter von der Polizei oder den Medien angesprochen wirst, sage klar und direkt das du nur als beobachtendes Organ dort vertreten bist und mit ihnen nicht sprechen willst.
- Ein legaler Beobachter sollte eine Videokamera, ein Clipboard, eine Plastiktüte für den Fall das es regnet, mehrere Stifte, Papier, Beschwerdevordrucke und wenn möglich ein T-Shirt was ihn als Beobachter kennzeichnet mitbringen.
- Um die Glaubwürdigkeit zu gewährleisten sollte sich der legale Beobachter weder an den Protestparolen beteiligen noch an anderem Aktivismus wie Gewaltausübung, Drohungen, Randalierung, usw.
- Wenn die Polizei bei Demonstranten körperliche Gewalt ausübt, sollte der Beobachter sie höflich um Unterlassung bitten und möglichst nicht gewaltsam eingreifen.
- Der legale Beobachter wird eher verhaftet als andere Demonstranten und sollte daher weder Drogen konsumiert haben noch welche dabei haben, sowie keine Waffen bei sich tragen und sich ausweisen können.
- Wenn genügend Beobachter anwesend sind, sollten diese in Zweier-Teams zusammenarbeiten.
- Beobachter sollten so nah wie möglich am Geschehen sein.
- Auch wenn keine legalen Beobachter vertreten sind, ist es von Vorteil Videos zu drehen und Notizen zu machen.
- Hier eine Checkliste was man sich notieren sollte (von der Animal Liberation Front):
- Namen, Dienstnummern und andere Identifikationsmerkale von allen anwesenden Polizisten. Wenn sie euch diese Informationen nicht geben wollen oder diese nicht sichtbar sind, notiere dir das.
- Charakteristische Verhaltensweisen. Wenn keine Namen oder Dienstnummern ausfindig gemacht werden können, notiere dir ihre charakteristischen Verhaltensweisen.
- Wer ist der Verantwortliche. Wenn sie dir darüber keine Auskunft geben, notiere dir dies.
- Warnungen. Wer sprach sie aus und zu welcher Zeit.
- Autokennzeichen von privaten Fahrzeugen die durch die Demonstrationsveranstaltung fahren.
- Namen und Geburtsdaten von in Gewahrsam genommenen Demonstranten.
- Irgendwelche ungewöhnlichen Umstände, Gewaltanwendung, Verletzungen, Schrammen.
- Namen, Adressen und Telefonnummern von Zeugen.
- Namen von anwesenden Medien.
- Namen von filmenden Personen.
- Gebe in den Notizen immer die Uhrzeiten an.
- Schreibe auf was dir wichtig erscheint.
-Verwahre deine Notitzen gut auf. Wenn die Polizei gegen Gesetze verstößt und man sie dafür zur Rechenschaft ziehen will, werden die Notitzen erst nach mehreren Monaten gebraucht. Behalte eine Ausführung und gebe eine Kopie dem Koordinator weiter.

- Bringe eine Videokamera mit. Dies ist eine der effektivsten Waffen gegen polizeiliche Brutalität.
- Verwende eine günstige Kamera, da die Polizei schon mehrmals welche mit ihren Schlagstöcken kaputtgehauen hat.
- Nutze wenn mögliche eine Videokamera mit einem Licht. Die schlimmsten und brutalsten Handlungen seitens der Polizei passieren abends. Wenn sie das Licht einer Kamera sehen sind sie weniger dazu geneigt exzessive Gewalt anzuwenden.
- Für gewöhnlich nimmt die Polizei Demonstrationsteilnehmer für lächerliche Dinge in Gewahrsam, wovon sie durch Personen die dieses dokumentieren abgebracht werden könnten.
- Wenn die Demonstration groß ist, kannst du mit Freunden zusammenarbeiten und einen Läufer ernennen (Jemand der die Videos so schnell wie möglich in Sicherheit bringen kann, falls polizeiliche Brutalität aufgezeichnet werden konnte, so das die Bänder nicht von der Polizei eingezogen werden können).
Nimm einen Kumpel der nach umgebener Polizei, Polizeiaktivität und polizeilicher Brutalität Ausschau hält, sowie nach allem was der Beobachter sehen sollte, aber vielleicht doch nicht mitbekommt.
Nimm einen Reporter der als Augenzeuge fungieren oder Informationen an die Medien weiterleiten kann.
- Es wäre vielleicht für einen zusätzlichen Schutz gut einen weiteren Protokollführer zu haben. Einer in unmittelbarer Nähe der Aktion und einer der zu dessen Schutz aus der Ferne beobachtet. Es gibt auch die Option von zwei Protokollanten die auf gegenüberliegenden Seiten der Demonstration die gesamte Masse besser abdecken und sich gegenseitig auf eventuelle Gefahren hinweisen.
- Bringe Ersatzbänder zum Aufnehmen mit, für den Fall das ein Vorfall auf Band festgehalten wird und an den Läufer ausgehändigt wird.
- Wenn du mit einem Anwalt zusammenarbeitest, beschrifte das Videoband mit “Anwältliches Arbeitsmaterial, privilegiert und vertraulich”. Dies wird den polizeilichen Gebrauch erschweren.
- Schalte die Videokamera zu keinem Zeitpunkt ab. Die Polizei nimmt oft Leute fest mit der Begründung diese hätten zum Beispiel auf den Bordsteinkanten gestanden oder ähnliches. Solche Anklagepunkte wurden schon oft durch Videomaterial welches das Gegenteil beweisen konnten entkräftigt. Schnittstellen auf Videobändern können deren Glaubwürdigkeit anzweifeln lassen.

- Lasse die Polizei wissen, dass sie gefilmt werden. Wenn deine Kamera Licht hat und es dunkel ist, schalte dieses an. Die Polizei vermeidet es Leute aus fadenscheinigen Gründen festzunehmen, wenn sie dabei wissentlich gefilmt wird.
- Wenn die Polizei Festnahmen durchführt filme es und mache das ganz offensichtlich. In einer Situation hat die Polizei einen Demonstrationsteilnehmer auf den Boden geschmissen, um es so aussehen zu lassen als ob dieser Gegenwehr leisten würde. Auch umzingeln sie Leute bei Festnahmen, um eine Aufzeichnung zu verhindern. Sie hassen es gefilmt zu werden, wenn sie solche Dinge tun, deshalb lasse sie unbedingt wissen, dass du da bist.
- Frage den festnehmenden Beamten nach seinem Namen, seiner Dienstnummer und seinem Vorgesetzten. Dies kann sie ebenfalls davon abhalten Leute festzunehmen und Brutalität anzuwenden.
- Wenn die Polizei jemanden umzingelt, gehe so nah wie möglich an das Geschehen heran, halte die Kamera über den Kopf und filme von oben herab.
- Wenn du eine sehr brutale oder energische polizeiliche Handlung filmen konntest, versuche diese Aufnahme publik zu machen. Dies kann die Polizei dazu veranlassen solche Handlungen künftig zu unterlassen.
Gebe den Medien nur Kopien weiter, da es sein kann, dass sie mit der Polizei befreundet sind. Gehe sicher das auf dem Band nur das zu sehen ist, was veröffentlicht werden soll und wenn sie dir Geld dafür bieten, lese den Vertag genau durch um sicher zu gehen, da sie dir nicht die Rechte an dem Material aberkennen wollen.
















Bite Back Germany 2011