Direct Action Guide Index

Anmerkung: Dieses Kapitel bezieht sich auf die Gegebenheiten der Vereinigten Staaten. Internationale Gesetzeslagen können abweichen und wurden im Text gesondert vermerkt. Gesetze ändern sich, daher sind alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, bitte überprüfe jede Rechtsfrage erst genau nach und verlasse dich nicht blind auf die Aktualität der Rechtshinweise in diesem Reader. Es handelt sich zudem um allgemeine Tipps, ohne Rücksicht auf individuelle Beweislagen zu nehmen oder auf Umstände der Inhaftierung aus egal welchen Gründen. Somit wird hier auch nicht auf “Schuldigkeit” oder Unschuld eingegangen.
- Kenne deine Rechte. Es gibt viele nützliche Informationen auf der Webseite der ALF und zB auf dieser Seite.
- Egal ob du im Untergrund oder an öffentlichen direkten Aktionen/Aktivismus beteiligt bist, sei darauf vorbereitet verhört zu werden oder eine Hausdurchsuchung zu erfahren, usw. Lasse nichts bei dir zu Hause oder in deinem Auto liegen, wovon du nicht willst, dass es entdeckt wird und bereite dich darauf vor, was du sagen wirst, wenn die Polizei bei dir zu Hause auftaucht (ob mit oder ohne Durchsuchungsbefehl) oder du festgenommen genommen wirst.
- Bereite dich mental darauf vor die Fassung zu bewahren und zu schweigen, auch wenn du unter massiven Druck gesetzt wirst oder Drohungen ausgesprochen werden. Wenn du von Ermittlungsbeamten Drohungen erhälst, sind diese zumeist nur heiße Luft.
- Sage nichts über Bekannte aus und gebe keine Namen weiter. Hintergehe nicht deine Freunde, die Bewegung oder die Tiere.
- Wenn du inhaftiert wirst, aber deine Freunde nicht, nimm das so hin. Ziehe sie nicht mit herein. Auch nicht, wenn du dadurch eine geringere Strafe erhalten würdest, das ist es nicht wert, wenn dies bedeuten würde, dass deine Freunde ebenfalls eingesperrt werden. Sie könnten dann den Tieren nicht mehr helfen und wären von da an unwiderruflich im Visier der Polizei. Möglicherweise würdest du durch den Verrat auch keine Straferleichterung erhalten, auch wenn dir das vorher erzählt wird. Tue nichts was du später bereuen könntest.
- Schenke der Polizei keinen Glauben, egal worum es geht, sie werden dich anlügen.
- Wenn du von Ermittlungsbeamten herangezogen wirst oder bei etwas erwischt wirst, verfalle nicht in Panik. Verhalte dich so ruhig wie möglich.
- Das erste was du sagen solltest ist “Kann ich gehen?”. Egal was sie dir antworten, wenn du nicht ein klares “Nein” bekommst, nehme deine Sachen und gehe ohne etwas zu sagen.
- Gegenüber der Polizei zu lügen ist ein Gesetzesverstoß. (Anmerkung: in Deutschland hat man als Beschuldigter ausdrücklich das RECHT sich gegenüber der Polizei nicht selbst zu belasten, bzw. nicht die Wahrheit zu sagen, aber jedes Wort kann ausgelegt werde, man sollte daher einfach schweigen!, man muss weder zu einer Polizeivernehmung erscheinen, noch sich dort äussern, erst die Vorladung durch die Staatsanwaltschaft ist relevant. Gegenüber der Polizei ist lediglich die Angabe der Personalien angeraten, da man ansonsten erkennungsdienstlich behandelt werden kann (berechtigt die Polizei zur Festnahme, Abnahme von Fingerabdrücken und evtl. auch zu einer körperlichen Durchsuchung))
Aus Angst, Vergesslichkeit oder Ungeschick etwas Widersprüchliches zu sagen ( wie zum Beispiel “Nein, ich weiß von dem Überfall auf die Pelzfarm nichts” und “Ja, ich habe davon in der Zeitung gelesen”) ist für die Polizei ein gefundenes Fressen und sie werden versuchen dich daran aufzuhängen.
- Versuche nicht der Polizei überlegen zu sein, sie auszutricksen oder sie anzulügen. Selbst die geschicktesten Leute sind viel zu leicht bei einer Lüge zu überführen, egal ob sie aus Versehen oder absichtlich lügen. Wenn du zuerst bereit bist über dein Wissen einer Aktion zu sprechen, dich aber später umentscheidest, kann das gegen dich verwendet werden. Wenn du redest, redest du dich direkt in den Knast.
- Auch wenn du nichts sagen würdest, was gegen dich verwendet werden könnte, solltest du besser schweigen. Was würde dir besser gefallen, wenn der Polizeibeamte in sein Büchlein schreiben würde “Habe 20 Minuten zu (dein Name) gesprochen” oder “(dein Name) hatte nichts zu sagen”?
- Du hast das Recht zu schweigen. Sage nichts (ausser deinem Namen, Adresse, Geburtsdatum wenn danach verlangt wird, gebe keinesfalls deine Sozialversicherungsnummer heraus). Beantworte alle Fragen mit “kein Kommentar”. Manche Beamten können den Anschein machen, sie seien nett und wären auf deiner Seite. VERTRAUE IHNEN NICHT. Sie haben nicht nach dir ermittelt um dir beizustehen, sondern um dich einer Straftat zu überführen. Sie werden versuchen dich auszutricksen. No Compromise bringt es auf den Punkt: “In nahezu jeder Strafverfolgungsbehörde wirst du als schuldig angesehen, als Jemand der etwas zu verstecken hat, als Krimineller. Lies das nochmal. Nichts was du sagst kann oder wird einen Ermittlungsbeamten von deiner Schuldigkeit abbringen wenn du bereits für diesen verdächtig bist. Warum sollte er/sie dir auch Glauben schenken? Du bist der Verdächtige! Wenn du erst einmal befragt wirst bist du bereits ein Verdächtiger. Lies das ebenfalls nochmal. Es ist falsch anzunehmen, dass -wenn du erst einmal mit ihnen gesprochen hast- sie überzeugt sein werden, dass du ein netter Mensch bist. Alles was du erreichen wirst, ist das sie davon überzeugt sein werden, das du ein Idiot bist, ein dummer Jemand, der nach der richtigen Dosis Druck anfängt zu kooperieren. Ab da an werden sie mit dem Druck weiter fortfahren”.
- Gebe nichts zu, spreche nicht über deine Freunde und erwähne sie nicht. Gebe keine scheinbar harmlosen Informationen raus. Gebe NUR deinen Namen, Adresse und Geburtsdatum an. Gebe nicht deine Sozialversicherungsnummer heraus.
- Nachdem du deinen Namen, Adresse, Geburtsdatum (gebe diese nur heraus, wenn danach verlangt wird) herausgegeben hast, sage, das du ab nun schweigen wirst und einen Anwalt sehen willst. Danach solltest du nichts mehr sagen, wenn sie dich dennoch belästigen, wiederhole das zuvor gesagte oder fordere sie auf dich in Ruhe zu lassen.
- Sie können dir damit drohen, dich dem Gericht vorzuladen wenn du dich weiterhin weigerst zu sprechen. Das würde womöglich sowieso noch auf dich zukommen und alles was du vorher ausprichst, wird dort zu noch detaillierteren Fragen führen.
Wenn du eine Vorladung erhälst, rufe sofort einen Anwalt an oder setzte dich zB mit dem Verein gegen Rechtsmißbrauch e.V. in Kontakt. Informiere sie und andere Aktivisten/Freunde über deine Vorladung. Versuche nicht alleine damit fertig zu werden.
- Alles was du sagts wird gegen dich und andere Aktivisten verwendet werden. Wenn du gefragt wirst, ob du von einer Nerzbefreiung gehört hast und du antwortest, dass du davon in der Zeitung gelesen hättest und sie dich fragen ob du die ALF kennen würdest und du sagen würdest, dass du von ihnen gehört hättest, würden sie in ihrem Bericht aufnehmen das du behauptet hättest alles über die ALF zu wissen und das du mit der letzte Nerzbefreiung vertraut wärst.
- Wenn sie dich durchsuchen wollen, ohne eine Anordnung vorweisen zu können, sage:”Ich stimme einer Durchsuchung nicht zu”. Wenn sie trotz deines Uneinverständnisses eine Durchsuchung unternehmen, setzte dich zu deinem eigenen Schutze dagegen nicht zur Wehr, du könntest später die Möglichkeit haben, sie dafür anzuzeigen.
- Ermittlungsbeamten sind Experten für Sozialmanipulation und werden viele Dinge sagen um dich auszutricksen (vieles basiert auf Lügen) wie zum Beispiel: “Wenn du unschuldig bist, warum kooperierst du dann nicht?”, sie wollen, das du dich verteidigst, doch ob du “schuldig” bist oder nicht, du bist besser dran, wenn du nicht sprichst. Wenn du ein paar Fragen beantwortest und dies später einstellst, werden sie das als Beweis gegen dich verwenden.
- “Wir haben schon deine Freunde überführt und es ist nur eine Frage der Zeit bis sie deine Mittäterschaft einräumen, dann bist du in noch größeren Schwierigkeiten.” oder “Wenn du nicht kooperierst erhalten deine Freunde eine höhere Haftstrafe.” Sie haben deine Freunde sehr warscheinlich nicht überführt und auch keine Beweise oder Anhaltspunkte das du oder deine Freunde an einer Tat beteiligt waren.
- “Dein Freund hat uns deine Mittäterschaft eingeräumt, es gibt keinen Grund noch für dich ihn zu decken. Erzähle uns was er/sie gemacht hat und deine Strafe wird geringer ausfallen.” Dein Freund hat dich sehr warscheinlich nicht verraten, die Polizei versucht euch gegeneinander auszuspielen. Sehr warscheinlich haben sie nicht mal deine Freunde gefasst und haben weder gegen sie noch gegen dich irgendwelche Anhaltspunkte oder Beweise.
- “Deine Freunde verraten dich, sie lachen dich aus, das du dich hast fassen lassen.” Wieder eine Lüge.
- “Wenn du jetzt nicht redest, kommen wir mit einer gerichtlichen Vorladung wieder.” Für gewöhnlich eine leere Drohung. Sie haben dich ohne Vorladung herangezogen weil sie nicht genug Beweismittel hatten um eine zu bekommen. Wenn du redest, könntest du ihnen die Informationen geben, die sie brauchen um eine Vorladung zu erhalten. Wenn sie eine gerichtliche Vorladung bekommen, was wenn du schweigst nicht zu erwarten ist, gibt es noch Wege dagegen politisch anzukämpfen (Wenn du dich in einer solchen Situation befindest kontaktiere Verein gegen Rechtsmißbrauch e.V. ).
- “Wir können dir nicht helfen, solange du uns nicht hilfst”. Nur eine weitere Lüge und taktische Maßnahme um an Informationen zu kommen.
- “Wir wissen das du nichts getan hast, wir wollen das nur Aufklären” oder “Wir wissen, das deine Freunde dich da mit reingezogen haben”, wieder eine Lüge, warscheinlich haben sie nicht mal deine Freunde erwischt.
- “Rede und wir werden dir Vorteile verschaffen. Rede und wir werden dir eine geringer Haftstrafe verschaffen oder von einer Haftstrafe absehen”. Alles Lügen. Sie haben schon immer gelogen und werden weiterhin lügen. Sie haben vom Staat das Recht zu lügen. Sie werden alles tun um aus dir Informationen zu holen.
- “Wir haben bereits alle Informationen um dich zu überführen.” Wenn das stimmen würde, hätten sie das bereits getan.
- “Gebe uns Informationen über deine Freunde und wir werden dir eine geringere Haftstrafe geben oder von einer Haftstrafe absehen.” Wenn sie versuchen an Informationen über andere Aktivisten zu kommen, SAGE NICHTS. Das könnte diese in große Schwierigkeiten bringen und wird dir anders als es dir versprochen wird warscheinlich gar keinen Vorteil verschaffen. Wenn du dafür verantwortlich wärst, dass andere Aktivisten gefasst würden, würdest du dich nicht nur schuldig fühlen, sondern würde dich die gesamte Tierrechtsbewegung verstossen und du hättest es zu verschulden, dass deine Freunde zahllose Tiere nicht mehr retten können. (Es wird eine höhere Haftstrafe verhängt, wenn du deine Freunde verrätst.). Wenn du deine Freunde verrätst und somit automatisch deine “Schuldigkeit” einräumst, aber ansonsten schweigst, könnte dies deine Anklagepunkte noch erweitern.
- “Du bist doch intelligent, du hast noch eine gute Zukunft vor dir, du scheinst ein guter Mensch zu sein. Du willst doch nicht wirklich dein Leben auf diese Weise kaputt machen oder?” DIE INTERESSIEREN SICH NICHT FÜR DEIN WOHLERGEHEN, DIE WOLLEN DICH NUR ZUM SPRECHEN BRINGEN. Sage nichts. Nochmals, die werden dich warscheinlich sowieso bald gehen lassen, da sie offensichtlich nicht genug gegen dich in der Hand haben.
- “Die Extremisten fügen deiner Bewegung Schaden zu, Sie bringen ein schlechtes Licht auf den Tierschutz, erzähle uns wer die sind.” Du solltest wissen, das Extremismus trotzdem hilfreich ist, direkte Aktionen haben schon die Juden und die Sklaven befreit und haben den Afrikanern und den Frauen Gleichberechtigung verschafft.
- “Ich finde deine Ziel gut, aber nicht die Vorgehensweisen deiner Freunde.” Nochmals, Extremismus und direkte Aktionen funktionieren. Betrüge nicht deine Freunde und das Ziel das ihr verfolgt. (Ausserdem würdest du mit einem Verrat an deinen Freunden gleichzeitig deine Zugehörigkeit beweisen und dich mit schuldig machen, obwohl du warscheinlich ohne dein Eingeständnis wieder frei gekommen wärst)
- Sie werden “Guter Bulle – Böser Bulle” spielen. Einer wird Drohungen aussprechen und der andere wird dir Versprechungen machen, deine Strafe zu minimieren, usw. Der böse Bulle wird so aufgebracht erscheinen, das du denken könntest, er würde körperliche Gewalt ausüben wollen. Der gute Bulle wird dem bösen Bullen daraufhin empfehlen den Raum zu verlassen um sich wieder zu beruhigen. Der gute Bulle wird dir dann sagen, das der böse Bulle seine Drohungen umsetzen wird wenn er wiederkommt und du jetzt besser ein Geständnis ablegen solltest. ALLES LÜGEN UND LEERE DROHUNGEN.
- Sie werden dich immer wieder das gleiche Fragen und versuchen dir Worte in den Mund zu legen wie “Hast du nicht das ….gesagt?”
- Sie werden auch versuchen sich mit dir anzufreunden um dir ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn du nicht auf ihre Fragen antwortest. Das kommt besonders oft auf öffentlichen Demonstrationen vor. Sage ihnen, das du nichts zu sagen hast und ignoriere sie, selbst wenn du nichts illegales machst.
- Sie werden mit dir reden wollen, wenn du müde bist, denn unter den Umständen geben Menschen am ehesten Informationen weiter.
- Sie werden dir Getränke anbieten, denn Menschen die unter Harndrang stehen geben eher Informationen heraus.
- Sie werden dir körperliche Gewalt androhen oder dir damit drohen deine Strafe zu erhöhen, wenn du nicht kooperierst. (Deine Strafe wird sehr warscheinlich höher ausfallen wenn du kooperierst. Wenn du nicht kooperierst werden deine Anklagepunkte sehr warscheinlich ausgeweitet, da sie nicht genug Beweise haben um dich weiter in Gewahrsam zu halten. Natürlich werden sie behaupten, sie hätten belastende Beweise gegen dich, doch in Wirklichkeit haben sie kaum etwas.)
- Es werden auch Ermittlungsbeamte die sich als Tierrechtsaktivisten tarnen in die Szene geschickt um Informationen zu erlangen. Sei extrem vorsichtig wem du vertraust.
- Wenn du von polizeilichen Ermittlern bei dir zu Hause aufgesucht wirst, bist du nicht dazu verpflichtet mit diesen zu sprechen. Wenn sie dich anrufen, sage ihnen, das du nichts mit ihnen zu besprechen hast und sie dich nie wieder anrufen sollen. Dann hänge den Hörer auf.
- Wenn sie zu dir nach Hause kommen, frage:”Werde ich verhaftet?”, wenn sie mit “Nein” antworten, frage:”Werde ich in Gewahrsam genommen?”, wenn sie mit “Nein” antworten sage:”Dann lassen sich mit bitte in Ruhe, Sie belästigen mich”. Wenn sie nicht weggehen, schließe die Türe, verriegel sie und ignoriere sie. Wenn sie dein zu Hause ohne Durchsuchungsbefehl durchsuchen wollen, willige dem nicht ein. Sie werden Sozialtechniken anwenden um dich dazu zu bringen, sie dein zu Hause durchsuchen zu lassen ohne einen Durchsuchungbefehl vorweisen zu können.
- Sie können möglicherweise auch nur mit einem Blatt Papier wedeln, verlange danach dir den angeblichen Durchsuchungsbefehl durchlesen zu können. Sie müssen dir das Dokument zeigen. Durchsuchungsbefehle müssen von einem Richter unterschrieben werden und es muss der genaue Ort vermerkt sein an dem die Durchsuchung angeordnet wird und die Dinge, die beschlagnahmt werden sollen.
- Die Polizei darf ohne Durchsuchungsbefehl in Häuser eintreten, wenn sie Zeuge eines “Verbrechens” werden.
- Wenn ein Mitbewohner oder Mitarbeiter von dir einer Durchsuchung zustimmt, sage den Behörden, das die ohne deine Einwilligung geschehen ist und du dafür einen Anwalt kontaktieren wirst.
- Wenn sie keine Durchsuchung anordnen musst du nur deinen Namen und deine Adresse angeben.
- Wenn du von der Polizei in der Öffentlichkeit herangezogen wirst, bist du dazu verpflichtet deinen Namen, Adresse und Geburtsdatum anzugeben. Das kann je nach Land variieren. Informiere dich über die Gesetzteslage in deinem Land. Lasse dich auf keinen Fall auf eine scheinbar harmlose Konversation ein, das läuft in den meisten Fällen schief. Wenn du in Gewahrsam genommen wirst, oder inhaftiert wirst, musst du ebenfalls nichts ausser deinem Namen, deiner Adresse und deinem Geburtsdatum angeben. (Sage “Ich möchte Schweigen, ich nehme von meinem Recht zu Schweigen gebrauch. Behalte im Kopf: Du musst nur deinen Namen, Adresse und Geburtsdatum weitergeben. Du musst nicht deine Sozialversicherungsnummer weitergeben.) Wenn sie an dich herantreten frage:”Werde ich in Gewahrsam genommen?” wenn sie mit “Nein” antworten, sage:”Lassen sich mit bitte in Ruhe, sie belästigen mich.”

- Wenn die Polizei dich in Gewahrsam nehmen will, überlege dir ob du dich dagegen zur Wehr setzten willst oder es über dich ergehen lassen wirst. Wenn du nicht maskiert bist, solltest du es wohl eher über dich ergehen lassen. Wenn du maskiert bist, (egal ob bei einer illegalen direkten Aktion oder einem öffentlichen Protest) könntest du dich dazu entschließen dich auf ein Gefecht einzulassen und wegzurennen, besonders dann, wenn du und deine Freunde der Polizei mengenmäßig überlegen seid. Bei einem solchen Widerstand, machst du dich strafbar des Angriffs gegen die Staatsgewalt oder des Widerstands gegen die Staatsgewalt. Passe gut auf, das die Polizei dir nicht dein Bandana oder die Maske abzieht. Verschwinde aus dem Bereich so schnell wie möglich. Sie werden nach dir Ausschau halten.
- Wenn du und deine Freunde Gegenwehr zeigt und trotzdem gefasst werdet, rufe deinen Namen (Verwende dabei deinen vorher abgesprochenen Fake-Namen) damit deine Freunde wissen, wer gefasst wurde. Spreche mit deinen Freunde vorher ab, das sie dies genauso tun. Versuche dir die Namen oder Dienstnummern der Polizeibeamten, die dich in Gewahrsam nehmen, zu merken. Warscheinlich wirst du zu der nächst gelegenen Polizeistation gebracht. Werde dort nach Möglichkeit Werkzeug, Maske, Handschuhe, usw. los, aber nicht so, das sie gefunden werden können. Frage dann, (höflich) ob du mal auf die Toilette gehen könntest und wasche dort alles ab, was zu deiner Identifikation führen könnte, wie Flecken, Schrammen und Schuhe, usw.
- Wenn du in Gewahrsam genommen wirst, bleibe ruhig. Deine Anklagepunkte werden sehr warscheinlich sowieso fallengelassen und es ist besser für dich, wenn du dich ruhig verhälst um nicht irgendwelche belastenden Informationen von dir zu geben. Deine Angst und Sorgen sind Schwächen die die Beamten ausnutzen werden. Mit der Zeit wirst du klarere Gedanken fassen können, Behalte nur im Kopf: SAGE NICHTS, SCHWEIGE. Sage das du einen Anwalt sprechen willst und sonst sage nichts mehr, (ausser deinem Namen, deiner Adresse und deinem Geburtsdatum) bevor du nicht mit einem Anwalt gesprochen hast. SPRECHE NICHT ÜBER DEINE FREUNDE. Wenn du die Taten, die dir vorgeworfen werden wirklich begangen hast, erzähle dieses nicht deinem Anwalt. Plädiere auf “Nicht schuldig” in allen Anklagepunkten, egal ob du schuldig bist oder nicht.
- Nach der Festnahme wirst du vor ein Verwaltungspult gebracht. Dort muss du deinen Namen angeben und wenn du unter 21 Jahren alt bist auch dein Geburtsdatum. Wenn du über 21 Jahren alt bist und dein Geburtsdatum nicht herausgeben willst, kann es sein, das du deswegen nicht entlassen werden wirst. Der Beamte der deine Festnahme durchgeführt hatte, sollte dir dann die Gründe dafür erklären. Du wirst dann durchsucht werden und deine Habseeligkeiten werden eingezogen werden, wofür du dann auch eine Unterschrift leisten musst. Lese die Auflistung deiner Sachen gut durch, um dich zu versichern, das nichts hinzugefügt oder weggelassen wurde. Das ist das einzige, was du unterschreiben solltest.
- Du hast das Recht zu erfahren, warum du festgenommen wurdest und du hast das Recht darauf jemanden von deiner Festnahme zu informieren. Ausserdem hast du das Recht darauf mit einem Rechtsbeistand deiner Wahl zu sprechen. Spreche NICHT mit dem dienstlichen Rechtsbeistand.
- Du wirst warscheinlich für einige Stunden in eine Zelle gesperrt, während sie überlegen wie sie weiter vorgehen und überprüfen, ob die Daten die du ihnen angegeben hast richtig sind. Sie werden eine Polizeistreife zu deiner angegebenen Adresse schicken, die dann dort anfragen wird ob du dort lebst. Bereite dich auf ein Verhör vor. Wenn sie dich verhören, dann warscheinlich aus den Gründen, weil sie nicht genug gegen dich in der Hand haben um dich anzuklagen. Antworte auf alle Fragen mit “Kein Kommentar”. Wenn du aus Versehen mehr sagst, höre sofort damit auf.
- Wenn sie dich dazu bringen wollen Fragebögen oder ähnliches auszufüllen, weigere dich.
- In Haft musst du keine Angaben zu deinem HIV-Status machen und solltest dich weigern dich einem Bluttest zu unterziehen bis du nicht vor einen Richter geführt wurdest und einen Anwalt hast.
- In Haft hast du das Recht darauf unentgeldlich Ortsgespräche zu deinem Anwalt und zu einem Freund oder einem Verwandten zu führen. Bestehe auf dieses Recht.
- Bei einer Klage wirst du auf Kaution freigelassen. Die Polizei hat dann auch das Recht Fingerabdrücke und DNS von dir zu nehmen. Sie dürfen aber keine Photos von dir machen, werden sie aber womöglich dennoch heimlich versuchen, wenn du gerade ankommst oder deine Zelle verlässt.
- Wenn du in Haft einen Arzt aufsuchen musst, tue dies und lasse einen Befund aller deiner Verletzungen erstellen. Wenn du von der Polizei angegriffen wurdest gehe sofort nach deiner Entlassung in ein Krankenhaus und lasse dich von deinem Rechtsbeistand über eine Anzeige beraten.
- Wenn du in den Kanst gehst, informiere dort sofort die Angestellen darüber, das du veganes Essen benötigst, damit sie es noch rechtzeitig für dich besorgen können. Wenn dein Anwalt dich darüber berät mit der Polizei zu kooperieren um eine geringere Strafe zu erlangen, besorge dir einen anderen Anwalt. Erinnere dich daran, dass schon viele andere dieses haben über sich ergehen lassen müssen und haben es auch überlebt. Denke an die Aktion (wenn du eine direkte Aktion begangen hast) und die Tiere die du gerettet hast, aber rede nicht darüber. Denke an andere Aktivisten und ihre errungenen Siege und alles woraus du Kraft schöpfen kannst.
- Du könntest in Betracht ziehen bei einem Verhör oder einer Festnahme einen falschen Namen und Adresse anzugeben. Das ist illegal, sei sehr vorsichtig. Wenn du dich dazu entschließt dies zu tun, musst du dir sicher sein, das die Person die bei der Adresse die du angibst wohnt deinen Fake-Namen auch kennt. Ein Hinweis am Telefon könnte ihr helfen sich daran zu erinnern. Nochmals, das ist illegal. Nutze diese Taktik mit großer Vorsicht.
- Wenn du eine Aktion gestehen willst, (Was NICHT empfohlen wird) tue so als ob du es bereust und es dir sehr leid tut. Sage dass du deine Lektion gelernt hast und es nicht wieder machen wirst. Das würde dir sehr warscheinlich eine Strafverringerung verschaffen.
- Wenn du auf einer öffentlichen Demonstration bist, spreche nicht mit den Polizisten. Sie könnten dich fragen wie lange du schon auf Demonstrationen gehst und wer der Verantwortliche ist, usw. Sie können auch sehr nett sein, doch erzähle ihnen nichts.
- Erinnere dich: Bleibe ruhig, übe dich im Schweigen (antworte alle Fragen, ausser Name, Adresse, Geburtsdatum, mit “Kein Kommentar”) und im Falle einer Festnahme verlange nach einem Anwalt. Plädiere auf “Nicht schuldig” in allen Anklagepunkten. Leiste keine Unterschriften ausser für die Liste deiner Habseeligkeiten. Besser die Polizei ist böse, weil du nichts sagst, anstatt auf Informationen die du ihnen weitergibst und gegen dich und deine Freunde verwendet werden können.
- Das allerwichtigste ist NICHTS über andere zu sagen. Egal wie unbedeutend es erscheinen mag, alles was du über eine Person oder eine Aktion sagst, kann dafür verwendet werden, deine Freunde festzunehmen. Das bedeutet, sie gehen in den Knast und können für mehrere Jahre nicht mehr den Tieren helfen.

- Lese NLG’s guide to Operation Backfire, CLDC’s “Know Your Rights” file, ALF’s “Your Rights” article, und Resist!ca’s “If An Agent Knocks” für weitere Informationen über deine Rechte.
- Wenn du mehr Informationen über rechtliche Angelegenheiten haben willst, kontaktiere für den deutschsprachigen Raum zB Verein gegen Rechtsmißbrauch e.V. (weitere Linkempfehlungen bitte an Bite Back Germany senden)
Von Ingrid Newkirk:
Hier ein Beispiel dessen, welches Verhalten erfahrene Anwälte absolut empfehlen, wenn ein Polizeibeamter, der Heimatschutz oder ein anderer Beamte auf einen zukommen und einfach nur “plaudern” wollen: Sage höflich aber bestimmt und ohne zu zögern “Ich habe nichts zu sagen” und dann entweder lege den Hörer auf, gehe weg oder schließe die Türe. Lasse dich nicht dazu nötigen oder von ihnen um den Finger wickeln “ein paar simple Fragen zu beantworten”. Wenn jemand versucht dich aufzuhalten, frage “Werde ich festgenommen?”, wenn sie nicht mit “Ja” antworten können, kannst du einfach gehen. Wenn sie bei dir an die Türe klopfen oder klingeln oder wiederholt auf dich zukommen, sage “Bitte lassen sie mich in Ruhe, Sie belästigen mich”. Sage sonst nichts. Es erscheint unhöflich, aber Polizeibeamte sind daran gewohnt das zu hören und werden das nicht persönlich nehmen. Sie werden weggehen. Wenn du mit ihnen sprechen wirst, werden sie dich wieder kontaktieren.
Angesichts des Grundgesetzes steht dir die Wahl deiner Verbündeten frei und du hast das Recht auszusprechen, woran du glaubst ohne Vergeltungsmaßnahmen fürchten zu müssen und Sie haben kein Recht, jene zu belästigen, die Einsprüche gegen Ausbeutung, Sklaverei, Krieg, Rassismus, Tierquälerei und ähnliches erheben.
















Bite Back Germany 2011