Entwaffnung der Revolution – Gewaltlosigkeit und ihre Folgen

Von William P. Meyers

Die Ideologie der Gewaltlosigkeit hat mittlerweile eine wichtige Rolle in politischen Auseinandersetzungen in den USA und in der Tat, in der ganzen Welt eingenommen. Fast jede Organisation die in den USA nach radikalen Änderungen strebt wurde zum Ziel von Organisatoren der Gewaltlosigkeitsbewegung. Organisationen wie Earth First!, die sich nicht in erster Linie der Ideologie der Gewaltlosigkeit verschrieben haben, haben seitdem Teile dieser Ideologie übernommen oder wenigstens die darin enthaltenen Regeln für Proteste und zivilen Ungehorsam. Bis jetzt haben Aktivisten, die sich der Gewaltlosigkeit verschrieben haben nur wenig getan um ihr Credo den Etablierten und reaktionären oder offen gewalttätigen Organisationen näherzubringen.

In diesem Essay wird dargelegt, warum Gewaltlosigkeit Gewalt von Staat und Unternehmen provoziert. Die Ideologie der Gewaltlosigkeit schafft gegenteilige Effekte von dem, was sie verspricht. Als Resultat davon unterstützen Gewaltlosigkeitsideologen die fortschreitende Zerstörung der Umwelt, der anhaltende Unterdrückung der Machtlosen und ökonomisch motivierte Angriffe Amerikas auf die Menschen in fremden Ländern. Um das Ausmaß der Gewalt zu reduzieren müssen wir zu einer pragmatischen und realitätsbasierten Vorgehensweise übergehen.

Ich stimme zu, dass Gewalt, richtig definiert, schlecht ist. Es sollte im Idealfall kein Teil dessen sein, wie Menschen miteinander umgehen. Ich glaube, dass eine Gesellschaft geschaffen werden sollte, und geschaffen werden kann, in der kein Staat, keine wirtschaftliche Entität und keine Religion Gewalt gegen Menschen ausübt. In einer solchen Gesellschaft können die Menschen ihre persönlichen und gemeinsamen Ziele durch freiwillige Zusammenarbeit erreichen. Blickt man jedoch unter die Oberfläche der Ideologie der Gewaltlosigkeit kommt eben jene Gewalt mehr als deutlich zum Vorschein, von der sie behauptet sie zu bekämpfen.

Ein Großteil der Fähigkeit des stark von Konzernen beeinflussten Staates seine Opposition unschädlich zu machen beruht darauf, gezielt Begriffe falsch zu benutzen und belegen, die innerhalb der Diskussion genutzt werden. Es ist wichtig klar zu unterscheiden, was überhaupt mit Gewalt gemeint ist, was es heißt nicht gewalttätig zu sein und was die Ideologie der Gewaltlosigkeit ist. Die meisten Leute haben eine ziemlich klare Vorstellung davon, was Gewalt ist: Leute zu schlagen, sie zu erstechen, sie zu erschießen, bis hin zum Verbrennen von Menschen durch Napalm oder Atomwaffen. Keine Gewalt auszuüben heißt einfach Menschen keinen physischen Schaden zuzufügen. Aber es gibt Grauzonen. Wie sieht es aus mit dem Erstechen von Tieren? Es zuzulassen, dass jemand verhungert, weil er kein Geld hat sich etwas zu essen zu kaufen? Was ist mit der Androhung von Gewalt? Oder mit der Drohung den Arbeitsplatz zu verlieren?

Gewalt als Dichotomie, also als Annahme es gebe nur die Möglichkeiten Gewalt oder Gewaltlosigkeit ist keine gute Basis für eine politische Diskussion, es sei denn man möchte die Leute verwirren. Gewalt muss als Begriff angepasst und anschaulich gemacht werden, um für eine Diskussion von Nutzen zu sein. In diesem Essay soll die Gewalt gegen Tiere, Pflanzen und unbelebten Objekten von der gegen Menschen unterschieden werden. Gewalt wird, ohne den Begriff anzupassen, immer direkte Gewalt meinen, also das Verletzen von Menschen, und wird von der Gewaltandrohung unterschieden, die von Gesetzen ausgeht, die mit gewalttätigen Strafen verbunden sind. Ferner wird sie von wirtschaftlicher Gewalt unterschieden, wenn etwa wirtschaftliche Aktivitäten zu physischem Schaden von Menschen führen, wie Verhungern oder Krankheiten. Andere Kategorisierungen der Gewalt müssen ebenfalls unterschieden werden, etwa gewalttätige Verteidigung gegen einen gewalttätigen Angreifer.

Die Ideologie der Gewaltlosigkeit wird ab hier unterschieden von simplem nicht-gewalttätig sein. Die allermeisten Menschen sind die meiste Zeit nicht gewalttätig. Selbst Soldaten und Polizisten verbringen mehr Zeit in einem Zustand des Nicht-Gewalttätigseins als sie tatsächlich Gewalt verüben. Die meisten Aktivisten für sozialen Wandel, Umweltaktivisten eingeschlossen, haben wenig bis keine Erfahrung damit anderen Leuten Gewalt zuzufügen. Trotzdem bedrängen die Gewaltlosigkeitsaktivisten sie mit ihrer Doktrin, anstatt sie jenen Polizisten, Soldaten, Politikern und Geschäftsleuten näherzubringen, die gewohnheitsmäßig Gewalt ausüben.

Die Gewaltlosigkeit meint einen Weg gefunden haben alle Gewalt zu einem Ende zu bringen. Der Umstand, dass dieser bisher überhaupt nicht funktioniert hat, irritiert sie in keinster Weise. “Wenn uns bloß mehr Leute zuhören und mitmachen können wir unsere Ziele erreichen” sagen sie. Andererseits behaupten sie, dass Gewaltlosigkeit eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte hat, dabei schieben sie gerne die Goldmedaillengewinner der Gewaltlosigkeitsolympiade vor, Martin Luther King und Mahatma Gandhi.

Die Gewaltlosigkeitsideologie geht davon aus, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. Da das Ziel eine gewaltlose Gesellschaft ist (auch wenn andere Ziele inbegriffen sind, wie ökonomische Gerechtigkeit, nationale Selbstbestimmung etc.) können für eine Veränderung der Gesellschaft nur gewaltlose Mittel eingesetzt werden. Daher kann man diskutieren (höflich), publizieren, wählen und Proteste veranstalten. Am extremen Ende der Gewaltlosigkeitsideologie liegt der heilige Gral: ziviler Ungehorsam.

Gewaltlosigkeit hat genau ein Rezept für alle sozialen Krankheiten. Aspirin der Marke Gandhi wird für alles verschrieben, von Kopfschmerzen bis Krebs. Aber die sozialen Probleme auf der Welt sind komplex, nicht einfach.

Um eine ausreichende Vorstellung davon zu bekommen, welche politischen Mittel am besten dazu geeignet sind soziale Probleme zu lösen muss man gut über die Natur der Gesellschaft und die Bandbreite der verfügbaren politischen Mittel informiert sein. Bei der Komplexität (und Fortgeschrittenheit) unserer sozialen Probleme sollte es keinen überraschen, dass eine Lösung für alles keine besonders großen Erfolgsaussichten hat.

Etwas einfacher und nüchterner ausgedrückt: Um die Realität zu verändern musst du sie kennen. Man kann nicht behaupten, dass Aspekte der Realität nicht existieren, nur weil man sie nirgendwo in seine ideologische Schublade stecken kann. Es ist völlig unerheblich ob du Gewaltlosigkeitsaktivist bist, Marxist oder Kapitalist des freien Marktes, die Realität tut was sie möchte. Also möchten wir einige Aspekte der Realität näher beleuchten. Das Ziel das wir im Auge behalten wollen ist die Minimierung der gesamten Gewalt (die gesamte Menge an Gewalt gegen Menschen auf der Erde. Vorzugsweise auch wirtschaftliche Gewalt und Androhungen von Gewalt).

Die Unfähigkeit sich gegen Gewalt zu wehren, provoziert Gewalt oder erlaubt sie immerhin. Das Ausmaß, in dem man fähig ist sich der Gewalt zu widersetzen entspricht dem Maße, in dem die Bereitschaft Gewalt auszuüben sinkt. Wie viel Gegenwehr dazu nötig ist um z.B. eine Vergewaltigung aufzuhalten, kann sehr von verschiedenen Faktoren abhängen (etwa die Persönlichkeit und die Erfahrung des Vergewaltigers). Solche Situationen können natürlich nur von metaphorischer Bedeutung sein, wenn man analysieren möchte, wieviel Gegenwehr nötig ist, um einen Zucker-Konzern davon abzubringen Präsidenten und Kongressabgeordnete zu bestechen, damit diese das amerikanische Militär anweisen 2 Millionen Zivilisten umzubringen, damit sie deren Land bekommen. (Dies hat so stattgefunden, als die Vereinigten Staaten 1898 in den Philippinen einfielen.)

Da Gewaltlosigkeit nur eine Lösung für alle Probleme hat, kann sie nur verschiedene Grade von gewaltlosen Aktionen für jede gegebene Situation anbieten. Ich nehme an das bedeutet, dass man sich im Fall einer Vergewaltigung gewaltlos zwischen das Opfer und den Vergewaltiger stellt. Wenn der Vergewaltiger schon eine Reihe an Vergewaltigungen hinter sich hat, könntest du mit ihm reden und ausführen, wieviel besser sein Leben wäre, würde er Gewaltlosigkeit als neuen Lebensstil wählen. Bei dem Krieg gegen Zivilisten in der dritten Welt kann man den Grad der Gewaltlosigkeit erhöhen. Man kann zu einem friedlichen Massen-Protest aufrufen. Du kannst dich für ein paar Minuten vor ein Regierungsgebäude setzen, bis du von der Polizei abgeführt wirst, und vermutlich nach einer Verwarnung wieder gehen kannst.

An dieser Stelle sollte ich anmerken, dass ich zwei Beispiele genommen habe, von denen ich weiß, dass sie gewöhnliche Leute und selbst solche, die an die Gewaltlosigkeit glauben, dazu bringen deren Effektivität in Frage zu stellen. Und zwar um klarzumachen, dass Gewalt als automatische Lösung für soziale Probleme genauso realitätsfern ist wie Gewaltlosigkeit. Dennoch muss ich betonen, dass Gewalt in den meisten Situationen kontraproduktiv ist. Situationen, die davor sind zu eskalieren lassen sich oft durch kluge Intervention zerstreuen, durch reden oder indem man sich physisch zwischen die Antagonisten stellen. Bei Kneipenschlägereien im Fernsehen ist es gewöhnlich so, dass sobald zwei Leute anfangen sich zu schlagen sämtliche Kneipenbesucher anfangen mit Stühlen um sich zu werfen, aber in der Realität ist es in den meisten Kneipen so, dass Freunde der betrunkenen Boxer sie auseinander bringen, damit sie sich beruhigen können.

Auf allen Gesellschaftsebenen ist es so, dass Selbstverteidigung der Aggression die Motivation nimmt und (wenn man sie auf die Verteidigung von Gemeinschaften und auf die Verteidigung von Mutter Erde ausdehnt) ein bei weitem besserer Ausgangspunkt ist als Gewaltlosigkeit. Das allgemeine Verständnis von Selbstverteidigung und der Verteidigung einer Gemeinschaft, das nach Jahrtausenden der Erprobung durch fast alle Gesellschaften der Erde aufkam, ist jenes, dass man so viel Gewalt einsetzen darf, wie nötig ist um den aktuellen Angriff von außen zu beenden. Natürlich ist das eine Frage der Beurteilung. Gleichermaßen ist es ein beliebter Vorwand von Hypokriten. Die Römer benutzen Selbstverteidigung als Vorwand für ihr Dorf, um ein Gebiet zu erobern und zu regieren, das sich von England bis Judäa erstreckte. Die “Amerikaner” verteidigten sich von Raonoke und Plymouth über den Kontinent bis zum Pazifik und bis Hawaii und den Philippinen. Nichtsdestotrotz ist Selbstverteidigung nicht bloß ein Recht, sondern eine Pflicht. Eine Gemeinschaft die sich weigert sich gegen Aggression von außen zu wehren, provoziert weitere Aggression. Nach den Regeln der Gewaltlosigkeit gewinnen immer die Aggressoren. Es gibt nichts, was sie davon abhalten würde durch die Welt zu marschieren, sich zu nehmen was sie wollen, zu töten wer unpässlich ist und sich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Indien und Gandhi

Ideologen aller Klassen haben die Angewohnheit die Geschichte in einer Art und Weise nachzuerzählen, die gerne Details auslässt (manchmal ziemlich große und wichtige Details), die ihre Ideologie in Frage stellen würde. Die meisten Amerikaner wissen fast garnichts über die Geschichte des indischen Subkontinents und die Gründung des indischen Volkes. Die einzigen, die Interesse daran haben diese Geschichte in den USA zu erzählen sind die politischen Gewaltlosigkeitsaktivisten. So wie sie die Geschichte erzählen ist sie ganz einfach: Gandhi kehrte nach Indien zurück, nachdem er in Südafrika für die Bürgerrechte von Indern gearbeitet hat. Indien wurde von Großbritannien regiert. Gandhi inspirierte das indische Volk dazu die Unabhängigkeit von Großbritannien zu fordern indem sie gewaltfreien zivilen Ungehorsam praktizieren. Die Briten haben einige Inder getötet und andere verprügelt, sahen plötzlich aber das Licht der Erkenntnis und gestatteten Indien die Unabhängigkeit. Also ist Gewaltlosigkeit die Lösung aller Probleme.

Die Realität war deutlich komplizierter.

Als die Briten im 17. Jahrhundert nach Indien kamen, in Form der East India Company, und handelten einen Vertrag mit der führenden Macht dort aus, dem Mughalischen Reich, um eine Allianz gegen die Portugiesen zu schließen. Aber der indische Kontinent war nicht ein Land. Es war nicht nur so, dass die Mughalen Verträge mit verschiedenen Verwaltungsbezirken unterhielten anstatt direkt zu regieren, sondern zusätzlich setzte sich Südindien aus kleineren Staaten zusammen, die dem Reich feindlich gesinnt waren. Die Mughalen waren Moslems, die Inder nicht. Das Mughalische Reich brach mehr oder weniger im 18. Jahrhundert zusammen, aber nicht wegen der Briten.

Als Gandhi gegen Ende des ersten Weltkrieges nach Indien zurückkehrte, hatte sich die Situation zwar weiterentwickelt, hatte aber immer noch starke Ähnlichkeit zu der im 17. Jahrhundert. Die Britische Regierung regierte Indien, mehr oder weniger. Es gab viele halb-unabhängige Verwaltungsbezirke die jeweils unterschiedlich stark der Kontrolle der Viceroy unterlagen. Die Inder waren getrennt durch Sprache, Ethnie, Religion und Kaste. Die verwestlichten Intellektuellen gründeten 1885 die Indian National Congress Party (Partei des indischen Nationalkongresses). Bereits 1884 verfügte der Ilbert-Erlass, dass in Bengal indische Richter den selben Stand haben wie europäische Richter; gebürtige Inder mussten die gleichen Prüfungen ablegen um in den zivilen Dienst einzutreten wie die britischen Kolonialisten (aber die Prüfungen wurden in London verwaltet; gut, wenn man in Britannien zur Schule ging, aber für den durchschnittlichen Inder doch schwer daraus einen Vorteil zu ziehen). Es gab legislative Ausschüsse mit indischen Mitgliedern, auch wenn sie nur beschränkte Befugnisse hatten. Es war absehbar, dass Indien mit der Zeit von Indern regiert werden würde; der Viceroy Curzon versprach dies bereits vor 1900. Das Problem der Umstellung war nicht einfach, dass es Briten gab, die das alte System direkter bürokratischer Verwaltung und wirtschaftlicher Ausbeutung mochten. Die Inder waren nicht vereint, viele Adlige und Prinzen hingen an ihren alte Übereinkünften mit den Briten; selbst die indische Congress Party war geteilt in Lager, die als Gemäßigte und Extremisten bekannt waren. Die Bezwingung einer europäischen Macht, Russland, durch die Japaner 1905 überstieg Indiens Vorstellungskraft. Die Bolschewistische Revolution und die Ausbreitung des Kommunismus spielten ebenfalls eine wichtige Rolle dabei die Inder zwischen den beiden Weltkriegen gleichermaßen zu trennen und zu vereinen.

Zwischen den Kriegen wurden von den Briten mehr Reformen genehmigt, aber die Unabhängigkeit war noch nicht in Sicht. Gandhi war einer der anerkannten Führer der Congress Party nachdem er eine Kampagne zivilen Ungehorsams anführte und dafür 6 Jahre ins Gefängnis ging. Andere Parteien kamen auf und wurden in verschiedenen Provinzen in die Versammlungen gewählt. Die Congress Party weigerte sich zuerst sich zur Wahl zu stellen, mit der Absicht die Reformen von innen heraus zu zerstören taten sie es dann aber doch, um so wieder die Unabhängigkeit ins Gespräch zu bringen. Gandhi zeigte den Indern durch seine Schriften und Aktionen wie die Oberhand über die Briten gewonnen werden kann. Aber dies funktionierte bloß, weil die Briten an ihre moralische Überlegenheit glaubten. Also forderte Gandhi die Briten auf ihre moralische Überlegenheit zu beweisen, indem sie sich aus Indien zurückziehen. Gandhis Ideologie der Gewaltlosigkeit entstammte direkt seinem jainistisch-religiösen Hintergrund. In den Händen der Gewalttätigen zu leiden bedeutete für einen Jainisten Selbstreinigung und zeugten von Hingabe.

1934 war Gandhi besiegt. Die Kampagne für zivilen Ungehorsam wurde abgesagt. Die Konservativen hatten die Kontrolle über die britische Regierung und blieben fest in der Kontrolle des reformierten Indien. Gandhi und die Congress Party akzeptierten Britanniens schrittweises Entgegenkommen. Der “Regierung von Indien”-Erlass machten zum akzeptierten Ziel, dass langfristig die Inder ihr Land zurückbekamen. Föderalismus sollte den Rahmen für den Übergang bilden und Parlamente die Form der Regierung. Große Teile des Erlasses wurden übernommen, als 1950 schließlich eine Verfassung geschrieben wurde.

Der zweite Weltkrieg brachte Gandhi dazu Großbritannien zu unterstützen: “Wir wollen die Unabhängigkeit nicht um den Preis von Britanniens Ruin.” Das ist also der große Heilige höchstpersönlich, wie er indische Soldaten dazu freigibt japanische und deutsche Soldaten für einen guten Zweck zu töten. Das lässt sich bloß schwer mit der Ideologie der Gewaltlosigkeit in Einklang bringen. Die britische Regierung bot der Congress Party unmittelbare Reformen und Unabhängigkeit nach dem Krieg an um ihre Loyalität zu behalten. Sie lehnten ab. Gandhi besann sich und startete die “Verlasst Indien” Kampagne, die von den Briten als verräterisch betrachtet wurde. Währenddessen verlangten die Moslems, dass Pakistan als eigener Staat unabhängig von Indien und Britannien gegründet werden sollte, was Nehru und Gandhi ablehnten. Als der Krieg also zu ende war und die Briten den Indern die Macht über ihr Land wiedergeben wollten, konnten sie es nicht, weil diese sich bereits gegenseitig bekämpften. Schließlich erklärten die Briten 1947, dass sie sich 1948 zurückziehen würden. Gandhi und Nehru wurden sich uneins. Gandhi wollte die Moslems dazu zwingen Teil des hinduistischen Indiens zu werden; Nehru entschied sich die Gründung von Pakistan zu erlauben und sich auf die Congress Party zu konzentrieren, die die volle Macht über das restliche Indien haben sollte.

Seht ihr wie komplex das war? Diese Kurzfassung kann nur der Anfang der Darstellung der Komplexität dieses historischen Sachverhalts sein, der sich über ein Jahrhundert erstreckte, Millionen von Teilnehmern hatte und in einer der brutalsten Tragödien der modernen Zeit endete, die Massaker zwischen Hindus und Moslems in den späten 1940er Jahren. Es lässt die Rolle aus, die hunderte von kleinen Parteien und Gruppen, darunter bewaffnete Guerillabewegungen spielten. Aber sie zeigt, dass Gewaltlosigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielte bei der indischen Unabhängigkeit. Gandhi glaubte ursprünglich wahrscheinlich ehrlich an die Gewaltlosigkeit zu bestimmten Zeiten in seinem Leben, aber er benutzte es als Bühnenschau und tat sich keinen Zwang an andere Strategien anzuwenden, wenn er dachte sie seien von Vorteil.

Martin Luther King, Gewaltlosigkeit und der National Guard

So, weiter zu den Vereinigten Staaten, wo die moralische Bedenkenlosigkeit jedem den Rang abläuft, sogar den Briten. Und man höre und staune, die Gewaltlosigkeitsaktivisten erheben einen weiteren Heiligen, einen Martin Luther King. Ein guter Mann nach meinen Begriffen, aber niemand, der den Rassismus durch Gewaltlosigkeit beendet hat.

Der Rassismus selbst war ein komplexes soziales Phänomen und setzte sich zusammen aus sozialen Glaubenssätzen, Willkür, brutalen Taktiken, und Gesetzen, die sich über einen langen Zeitraum entwickelten. Das Ende des Rassismus (und der ist noch nicht ganz zu Ende) wurde als Ergebnis einer komplexen Summe von individuellen Entscheidungen herbeigeführt, die von echten menschlichen Wesen getroffen wurden. Die schwarzen Amerikaner hatten sich seit der Zeit des Wiederaufbaus gegen verschiedene Aspekte des Rassismus gewehrt. Viele entflohen der Variante der Südstaaten, da sie es leichter fanden mit der im Norden zurechtzukommen.

Martin Luther King hat mit Sicherheit eine bekannte und wichtige Rolle bei der Opposition zur Rassentrennung gespielt. Aber gleichermaßen haben dies die schwarzen Muslime und Black Panthers, die Kommunistische Partei der USA und die Unterstützung anderer leninistischen, anarchistischen und anderen neulinken Gruppierungen. Individuelle Aktionen, die von den meisten außer den Beteiligten vergessen wurden, waren wahrscheinlich noch wichtiger, genau wie Akte kommunaler Selbstverteidigung, die üblicherweise als Rassenunruhen bezeichnet wurden. Schwarze Veteranen haben ihre militärischen Fähigkeiten nach jedem Krieg benutzt in dem sie kämpften um zu versuchen ihre Rechte durchzusetzen; die große Zahl schwarzer Veteranen die aus Vietnam zurückkehrten waren eine wirkliche Bedrohung für die Regierung, sieht man sich die explosive soziale Mischung dort in der Zeit an.

Egal wie viel Anerkennung man verschiedenen Gruppen oder Arten von Aktionen für ihre Effektivität bei der Beendung der Rassendiskriminierung in den 1960ern zollen möchte, es ist faktisch einfach unpassend die führende Rolle der Ideologie der Gewaltlosigkeit zuzusprechen. Die führende Rolle ging an den National Guard, eine Gruppe, die von der Army, der Navy und den Marines unterstützt wurde; falls nötig von Nuklearwaffen. Wenn Präsidenten der Vereinigten Staaten sich dazu entschieden den National Guard in die Schulen der Südstaaten zu schicken, um die Rassentrennung aufzulösen, hatten die Rassisten keine andere Wahl als sich zu beugen.

Egal ob der Präsident, der Kongress oder der oberste Gerichtshof (indem er Gesetze zum Bürgerrecht verabschiedete und durchsetzte) es aus Herzensgüte taten, oder weil sie eine blutige Revolution fürchteten, die die Regierung stürzen würde, oder weil einige Protestler Eide der Gewaltlosigkeit schworen, am Ende war es die Gewalt und Androhung von Gewalt, die die Rassentrennung beendeten. Derselbe National Guard, der schwarze Kinder in öffentliche Schulen begleitete war Teil eines militärischen Establishment, das zur selben Zeit Frauen und Kinder in Vietnam umbrachte, also braucht man sich keine Gedanken machen ich würde ihn zu hoch loben. Ich versuche bloß eine komplexe Realität so akkurat wie nur möglich darzustellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation in der Martin Luther King eine Hauptrolle spielte zeigte, dass Gewalt nicht immer Gegengewalt erzeugt. Der National Guard, ein Instrument der Gewalt, wurde benutzt um eine anhaltende Welle der Gewalt zu beenden, den Rassismus. Als verwandtes Beispiel, dass ich hier nicht im Detail ausführen werde, bewirkten die Black Panthers einen erheblichen Rückgang der Gewalt die von den Polizisten in Oakland gegen Schwarze angewandt wurde dadurch, dass sie sich Schrotflinten kauften und benutzten. Gandhi war bereit für seinen Glauben ins Gefängnis zu gehen; die Panthers waren bereit zu sterben falls nötig, um ihre Gemeinschaft zu beschützen. Und viele wurden von der Polizei, dem FBI und Cointelpro umgebracht.

Ökosabotage und andere Grauzonen

Wären Gewaltlosigkeitsaktivisten zufrieden damit ihre Evangelien dem Militär, der Polizei, den Kapitalisten und anderen gewalttätigen und unterdrückenden Gruppierungen zu predigen, bräuchte ich diesen Aufsatz nicht zu schreiben. Sie konzentrieren ihre Bemühungen jedoch darauf, aus welchen Gründen auch immer, Gruppierungen zu reinigen, die für sozialen Wandel arbeiten. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem sie sich auf eine gewalttätige Gruppe konzentriert hätten und diese überzeugten nicht gewalttätig zu sein. Stattdessen zielen sie auf nicht-gewalttätige Gruppen ab und zwingen ihnen Regeln auf, die ihre Effektivität deutlich verringern. In wenigstens einem Fall, bei der White Train Bewegung Anfang der 1980er, kam später heraus, dass einer der Gewaltlosigkeitsaktivisten ein V-Mann der Polizei von Portland war. Dieser freundlich aussehende, weißhaarige Mann erklärte, dass fast jede Aktion, die geeignet wäre den White Train (dieser Zug transportierte übrigens Atomsprengköpfe) zu stoppen gewalttätig wäre, und es daher die einzige benutzbare Taktik wäre, den Zug still beim Vorbeifahren zu beobachten. Die Strategien die er nutzte um die involvierten Gruppen zu manipulieren, waren nicht von denen zu unterscheiden, die Gewaltlosigkeitsaktivisten benutzten um Earth First! im Zeitraum zwischen 1988 und 1991 von einer revolutionären Gruppe, die von Grund auf wild und gefährlich für Unternehmen war, welche die Erde vergewaltigen, zu einem zahnlosen Pudel zu machen, der sich mit dem Sierra Club um Streicheleinheiten von den Herren der Gesellschaft zankte.

Wenn sie in Gruppen eindringen, die sich nicht der Gewaltlosigkeit verschrieben haben, und erklären, dass sie jetzt die Regeln machen und jedem sagen, was sie zu denken haben (selbst Leninisten wirken kaum arrogant wenn man sie mit den meisten Führern der Gewaltlosigkeitsbewegung vergleicht), konzentrieren Gewaltlosigkeitsaktivisten ihre Strategien meistens auf Grauzonen. Oft beinhalten diese die Frage, ob Gruppen und Leute, die sich dagegen entschieden haben den Eid der Gewaltlosigkeit abzulegen, von der Teilnahme an Entscheidungen, zivilem Ungehorsam und sogar von Protesten ausgeschlossen werden sollen (mit Gewalt falls nötig!).

Wie auch immer, ein deutlicheres Beispiel der Auswirkungen von Gewaltlosigkeit ist die Art, wie sie das Thema Sabotage angreifen. Fragen dazu stellten sich im Zusammenhang mit Earth First!, bei denen in den 1980ern Sabotage zu den in Frage kommenden Taktiken gehörte.

Sabotage war ein Lebensgefühl in Earth First! Kreisen im Jahre 1989. Sicher war nicht alles davon effektiv und hat mehr dazu beigetragen, dass sich die Teilnehmer toll und mächtig fühlten als signifikant die Zerstörung der Erde aufzuhalten. Aber es war Teil unseres Lebens; ich war dort, sah es und tat es, ich bereue nichts. Es hatte wahrscheinlich schon vorher begonnen, aber ab 1988 gab es bei Earth First! spürbaren Zulauf von Staats-Agenten (und vielleicht auch private Agenten, die von PR-Firmen angeheuert wurden). Zufällig, oder auch nicht, begannen gleichermaßen Gewaltlosigkeitsaktivisten aufzutauchen, die sich nicht dem Earth First! Credo “Keine Kompromisse bei der Verteidigung der Erde” (“No compromise in defense of mother earth”) verschrieben hatten, und kritisierten Sabotage und andere Earth First! Taktiken, die sie als gewalttätig betrachteten, wie auch das Weglaufen. Ja, weglaufen, aber würde ich dieses Beispiel weiter ausführen würden die meisten Leute denken, dass ich eine Satire schreibe und kein ernsthaftes Essay.

Nach Meinung von Gewaltlosigkeitsaktivisten ist Sabotage eine Form der Gewalt. Es nährt den Kreislauf der Gewalt, indem es den Sabotierten eine Entschuldigung für die eigene Gewalt liefert. Sie bringen das ganze Thema durcheinander, indem sie sagen, dass die Aktionen mit physikalischen Werkzeugen (wie einen Vorschlaghammer zu schwingen) das Gleiche sei wie Gewalt gegen Menschen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie als Nächstes das Tanzen verbieten wollen, weil die Leute dabei ihre Arme und Hüften umherschwingen.

Ohne Zweifel ist Sabotage illegal. Aber Legalität hat sehr wenig mit Gewalt zu tun oder wie sie eingedämmt werden kann. Viele nichtgewalttätige Aktionen sind illegal und viele gewalttätige Aktionen, die von Hockey bis zu US-Truppen reichen, die in der dritten Welt unbewaffnete Kinder erschießen, sind nicht illegal.

Ohne Zweifel -und sogar per Definition- verletzt Sabotage die Besitzrechte. Da Gewaltlosigkeitsaktivisten jedoch generell keine Wirtschaftsliberalen sind, würde man kaum erwarten, dass sie sich solche Sorgen um den Schutz von Konzern- und Staatseigentum machen (es ist äußerst selten, dass Ökosabotage das Eigentum einzelner realer Personen betrifft).

Tatsächlich gibt es wenn man nachhakt genau zwei Gründe, warum Gewaltlosigkeitsaktivisten Sabotage als Gewalt empfinden: Entweder sind sie tatsächlich Polizeiagenten, die das Eigentum von Konzernen beschützen sollen, oder aber sie denken tatsächlich, dass Gewalt gegen unbelebte Objekte das Gleiche ist wie Gewalt gegen Menschen.

Ich bin der Meinung, dass es keine Gewalt ist ein Haus mit Hammer und Nägeln zu bauen. Ich lehne den Gedanken ab, dass Sabotage ein gewalttätiger Akt ist. Und selbst wenn es manchmal in gewalttätigen Reaktionen von gewalttätigen Unternehmen resultiert, glaube ich nicht, dass man den richtigen Weg zum Schutz der Erde festlegen kann, indem man Handlungen unterlässt, weil unsere Gegner viel Erfahrung damit haben Gewalt einzusetzen.

Stellt euch eine US Invasion auf ein Land der dritten Welt vor (ich verallgemeinere). Die Truppen werden angewiesen Bürger zu erschießen, die versuchen sich ihr Land wiederzuholen, dass ihnen von US Unternehmen gestohlen wurde, die von Monsanto genetisch modifiziertes Opium anbauen, um es zu Heroin weiterzuverarbeiten und es in Amerikas Ghettos zu verkaufen um für die CIA Geld zu sammeln, damit sie damit US Unternehmen helfen können sich noch mehr Land von Bürgern in der dritten Welt unter den Nagel zu reißen. Eine Frau, die von den Soldaten zur Prostitution gezwungen wird, sabotiert deren Waffen nachdem sie eingeschlafen sind, damit sie ein paar Tage warten müssen, bis sie wieder neue schöne glänzende Waffen bekommen, mit denen sie weitere Zivilisten erschießen können. Ganz klar hat diese Frau, zumindest zeitweise, den Kreislauf der Gewalt abgeschwächt. Aber Gewaltlosigkeitsaktivisten können kein Unrecht haben, also muss irgendwas nicht stimmen mit meinem Beispiel. Ist die Sabotage von Waffen gewalttätig, Gewaltlosigkeit, oder nicht gewalttätig? Reitet drauf rum wenn ihr möchtet. Und wenn ihr ganz bei Sinnen seid und zu dem Schluss kommt, dass es keine Gewalt ist Waffen zu sabotieren mit denen Menschen umgebracht werden, was ist dann mit der nächsten Grauzone: Maschinen zu beschädigen, die benutzt werden um unsere Erde zu zerstören?

Gewaltlosigkeitsargumentationsposition: Gewaltlosigkeit ist eine universelle Wahrheit, aber vielleicht ist es anders in der dritten Welt als in den Vereinigten Staaten wo wir Meinungsfreiheit und Demokratie haben und eine große Mittelschicht und Respekt vor Eigentumsrechten. Und “komm bitte nicht zum nächsten Treffen” und “du kannst nicht in unsere Interessengruppe” und “du kannst nicht auf der Bühne irgendeiner Versammlung sprechen, die wir kontrollieren können”.

1993 hat Earth First! Gewaltlosigkeit als Prinzip anerkannt das über “Keine Kompromisse beim Schutz der Erde” steht. Der geistige Spagat der dafür nötig ist, ist folgender: Gewalt zerstört die Erde, also kann sie nur durch Gewaltlosigkeit gerettet werden, also dürfen wir keine Kompromisse eingehen bei der Gewaltlosigkeit zum Schutz der Erde.

Wahlen, Gerichte und Gewalt

Earth First! hat etwas an Brisanz in Bezug auf ihre Aktionen verloren, als es bloß eine weitere Ökoprotestgruppe wurde (eine mit deutlich radikaleren Theorien, manchmal bezeichnet als “Tiefenökologie”) und tat sich mit der Zustimmung seiner neuen Riege an gewaltlosen Führern mit Gruppen zusammen, die Gerichtsverfahren nutzen um die Umwelt zu schützen. Das ist gewissermaßen keine schlechte Strategie, aber eine bizarre Umsetzung von Gewaltlosigkeit wenn man drüber nachdenkt.

(Gewaltlosigkeit braucht eben auch ein gehöriges Maß an Gedankenlosigkeit.) Was sind Gerichte, Polizei und Regierung anderes als Instrumente der Gewalt? Man nehme einen Sieg an, einige Fälle in denen ein Richter im Sinne der Umweltschützer entschieden hat und eine Verfügung erlassen wird, die das Schlagen von Holz verbietet. Was bedeutet eine Verfügung? Sie bedeutet, dass du tust was der Richter sagt, oder die bewaffnete Macht des Staates zwingt dich es zu tun, auf Wegen die absolut nicht als nicht-gewalttätig, und noch viel weniger als gewaltlos bezeichnet werden können.

Der einzige Weg aus dieser Zwickmühle für die Aposteln der Gewaltlosigkeit ist zu behaupten, die Regierung sei nicht gewalttätig. Und sie ist in der Regel nicht gewalttätig gegen die feinen Herren, aus denen sich die herrschende Schicht zusammensetzt. Diese Männer und Frauen sind Realisten, sie schlagen sich bei Konflikten nicht mit der Regierung rum. Falls der seltene, ehrliche Richter das Gesetz zum Schutze der gefährdeten Arten durchsetzt, haben diese Leute Zeit bis ihr Geld Wahlen, Repräsentative und Richter kaufen kann, um dieses Gesetz wieder zu kippen. Ich habe kein Problem damit einen Gewinn für den Wald auf gerichtlichem Wege zu erzielen; Ich stelle Gewaltlosigkeitsaktivisten in Frage, die Sabotage als Gewalt empfinden und gerichtliche Anweisungen als Gewaltlosigkeit. In diesem Falle wäre Gandhi ein Anwalt gewesen, und welche rational denkende Person kann sich auf ein System beziehen, das von einem jainistischen Anwalt gegründet wurde? Ein System das sagt, dass wenn die Wälder leiden müssen um die Gewalt zu beenden, sei’s drum?

Unterwanderung der Revolution von innen heraus

Der Fehler der Ideologie der Gewaltlosigkeit liegt nicht nur darin begründet, dass sie versucht eine Lösung für alle Probleme zu benutzen. Es ist eine Ideologie, die von unserem Polizeistaat genutzt wird um Opposition gegenüber den gewalttätigen Entscheidungen unserer Regierung unschädlich zu machen. Die Polizei benutzt Gewaltlosigkeit als Methode um möglicherweise problematische Gruppen, die sich für sozialen Wandel einsetzen in den Griff zu bekommen. Viele Gewaltlosigkeitsadvokaten die sich in den Kreisen von Bewegungen des sozialen Wandels bewegen werden von der Polizei bezahlt, oder sollten es werden. Viele wurden von PR-Firmen ausgebildet, für die sich diese Taktik als sehr produktiv für ihre Kunden herausgestellt hat, die in der Regel auch Unternehmen sind.

Ihre Taktiken sind verblüffend, aber einfach. Sie beschuldigen jeden mit dem sie nicht übereinstimmen gewalttätig zu sein. Sie schrecken deren Anhänger mit Geschichten über die schrecklichen Schicksale derer ab, die den Zorn der Polizei auf sich ziehen. Sie veranstalten Geheimtreffen, um einen Konsens für “Gewaltlosigkeitsregeln” zu erreichen, die passenderweise besser “Mach überhaupt nichts”-Regeln genannt werden sollten. Dann suchen sie sich ein Thema aus, auf dass sie sich spezialisieren und erklären, dass jeder, der sich daran beteiligen möchte sich an ihre diktatorischen “Konsens”-Entscheidungen halten muss.

Sie verwirren und manipulieren die Leute mit einem bizarren Mechanismus, der den Konsens bestimmen soll. Der Punkt ist, dass eine Person den Konsens kippen kann, das heißt, dass wenn eine Person nicht mit einer Aktion einverstanden ist wird sie nicht durchgeführt. Diese Regel verschiebt die Gewichtung stark dahingehend, dass überhaupt nichts getan wird. Dann versuch aber mal den vorherbestimmten Konsens zur Gewaltlosigkeit zu blocken. Erklär mal, dass du verstehst, dass die Ideologie und Praxis der Gewaltlosigkeit de facto eine gewalttätige Ideologie ist, weil sie den Staat und die Konzerne zur Gewalt ermutigt.

Du kannst sehen wie die Klauen und Zähne der Gewaltlosigkeitsleute hervorspringen. Sie haben eine ganze Menge aufgestauter Aggressionen und lassen diese viel lieber an ehrlichen Aktivisten aus, als an den Leuten die tatsächlich die Erde zerstören und ihre Bewohner umbringen. Sei vorsichtig, sie melden dich vielleicht der Polizei. Sie sind vielleicht die Polizei.

Das Spiel mit den Medien

Ein übliches Argument gegen militantere Formen des Protestes und von Aktionen ist, dass diese die Medien und die Öffentlichkeit irritieren würden, “von deren Unterstützung der endgültige Erfolg unserer Kampagne abhängt.” Während dieses Argument in vielen Zusammenhängen für viele politische Zwecke genutzt wird, wird es vor allem von Gewaltlosigkeitspropagandisten genutzt um ihre Kontrolle über politische (und ökologische) Gruppierungen zu behalten.

Und noch einmal, ein wenig kritisches Nachdenken bringt ans Licht, dass Gewaltlosigkeit durch das Ignorieren der Realität oder gezieltes Benutzen der Grauzonen seine Hände fest in die der Gewalt legt. Das gewöhnliche Argument ist, dass jegliche Gewalt oder Zerstörung öffentlichen Eigentums in negativer Reaktion der Presse resultiert und in negativer Reaktion der Mittelschicht, die wählen geht und sich heimlich dem jainistischen politischen Prinzip der Gewaltlosigkeit verschrieben hat.

Wenn man hört, dass Leute dieses Argument bringen weiß man, dass ihre Hirne gründlich gewaschen wurden.

Die Medien in Amerika (und anderswo) sind keine Einheit, aber sie sind sehr nah dran. Es gehört fast alles großen, teils internationalen Unternehmen; wir ignorieren die seltenen alternativen Medien hier, bis auf die Anmerkung, dass sie unterstützt und ausgedehnt werden müssen. Die Konzernmedien sind Gewalt, weil es Geld bringt. Sie befürworten durchgängig Gewalt gegen die Schwachen und jene die Ressourcen haben, die die Konzerne gerne für sich hätten. Es glorifiziert den Krieg; man sehe sich die Berichterstattung über den Irakkrieg an, über den gegen Serbien und den gegen die Bevölkerung von Nicaragua. Es glorifiziert Gewalt; man schalte bloß den Fernseher ein und schaue sich Pro Wrestling an. Man öffne die Zeitung und lese über die Football und Hockeyspiele.

Die Konzernmedien sind ausschließlich gegen Gewalt, wenn dies dem größeren Ende der Konzerngewalt dienlich ist. Wenn eine Division der US Marines Bauern in Zentralamerika das Land wegnimmt jubeln die Medien; wenn einige unterdrückte Arbeiter während eines Aufstands Konserven an sich nehmen verurteilen die Medien die stattfindende Gewalt. Wenn irgendjemand einen Polizisten oder Anwalt erschießt verurteilen die Medien die Gewalt; wenn die Anwälte das Erhängen und Erschießen übernehmen, jubeln die Medien.

Selbstverständlich werden die Medien Earth First, ELF, den IWW und alle Gruppen, die die Kontrolle und Macht der Konzerne in irgendeiner Form bedrohen so schlecht wie nur möglich darstellen. Natürlich werden sie die nichtigsten Gründe bereits nutzen um sie als gewalttätig darzustellen. Und die Gewaltlosigkeitsaktivisten brechen mit ihnen die Solidarität und geben sich mit den Konzernmedien die Hand und verurteilen “gewalttätige” Aktivitäten.

Können die Medien die Mittelschicht, sogar die Arbeiterklasse gegen Reformer und Revolutionäre aufbringen? Sicher! Es ist ihre Aufgabe. Das ist eine der Sachen für die sie von den Konzernen, die sie sponsern bezahlt werden. Aber es ist nicht die Gewalttätigkeit oder die Gewaltlosigkeit der Aktivisten, die ins Visier genommen wird. Und es ist auch nicht die natürliche Gewaltlosigkeit der Leute an die appelliert wird. Die Leute lieben gerechte Gewalt, und aus gutem Grund. Sie applaudieren dazu in den Kinos, sie glorifizieren sie in patriotischen Reden. Was klargemacht werden muss ist die Gerechtigkeit der Sache. Gewaltlosigkeit fügt nichts hinzu (und zieht auch nichts ab) von der Gerechtigkeit irgendeiner Sache. Der Wille für eine Sache zu kämpfen und, wenn man Pech hat, dafür zu sterben ist, was in der öffentlichen Wahrnehmung etwas zur Gerechtigkeit hinzufügt.

Die Menschen waren bereit für den Rassismus zu töten, aber fast keiner ließ sich finden, der bereit war für den Rassismus zu sterben. Nachdem die Schwarzen einmal anfingen sich zu bewaffnen und (zumindest zeitweise) die Unterstützung des National Guard hatten, entpuppten sich die Rassisten als Feiglinge. Sie kümmerten sich nicht genug um den Rassismus um für ihn zu sterben; aber die Black Panthers waren bereit zu sterben um ihn zu beenden. Hätten die Black Panthers auf die Gewaltlosigkeitspolizei und die Konzernmedien gehört hätten, hätten wir heute immernoch die diskriminierenden Rassengesetze, mit ihrer anhaltenden Welle der Gewalt. Und die Gewaltlosigkeitspolizei würde sich auf die Schultern klopfen und sagen: “Rassismus ist schlecht und brutal, aber wenigstens sind wir nicht so wie dieses gewalttätige Gesocks.”

Man wird zum Feind

Eine der effektivsten Schuldzuweisungen, die von der Gewaltlosigkeitspolizei dem jainistischen Glauben entliehen sind lautet, dass falls man Gewalt anwendet, man gewalttätig wird. Dies hat zwei Seiten: Zum einen appelliert es an die christliche Idee vom beschmutzen der Seele, zum anderen an die pragmatische Realität des gewohnheitsmäßigen Handelns.

Auf der metaphysischen Seite gibt es den entgegengesetzten Glauben, dass die Dinge zu ihrem Gegenteil werden. Im Orient wird dies ausgedrückt durch das Yin-Yang Symbol. In diesem Glaubenssystem kann man erwarten, dass Gewaltlosigkeit ihr Gegenteil erzeugt oder in es verkehrt wird, Gewalt. Es gibt eine pragmatische Realität in diesem Beispiel: Es abzulehnen sich zu verteidigen ermutigt Angriffe, was wiederum eine Gemeinschaft davon überzeugen kann, dass sie lieber selbst hätte zum Angreifer werden sollen. Die alten Griechen nahmen ebenfalls Notiz von diesem Phänomen und gaben ihm den Namen Enantiondromie, die Tendenz einer Sache zu ihrem Gegenteil zu werden.

Die echte Welt ist viel zu komplex um vereinfachenden metaphysischen Ideen sonderlich viel Platz als Wegweiser zu geben. Man denke an all die japanischen Soldaten, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Hause kamen. Viele haben nicht bloß Männer im Krieg getötet, sondern auch Zivilisten umgebracht. Dennoch wurde Japan nach dem Krieg eine bemerkenswert friedliche Gesellschaft.

Ganz klar wurden die Männer, die in den Krieg zogen keine brutalen, unkontrollierbaren Psychopathen geworden, bloß weil sie eine Zeit lang brutalen Befehle befolgt haben.

Aber in dem Fall hatten sie auch nicht die Macht. Wenn es irgendwas gibt, was Gewalt hervorruft, ist es unbeschränkte Macht. Die bolschewistische Partei in der Sowjetunion liefert ein gutes Beispiel dafür. Sie waren der Gewalt nie abgeneigt; einmal an der Macht wurden sie zunehmend gewalttätig bis in die 1950er. Als Stalin starb und Chruschtschow an Macht gewann beendete er die Gewalt, mit wenig Widerstand.

Es ist nicht nur so, dass Menschen grundsätzlich sehr komplex sind, sie unterscheiden sich auch deutlich von einem Individuum zum nächsten. Gewalt ausgesetzt zu sein, oder möglicherweise Teilnahme an der Gewalt sagen wenig darüber aus, wie gewalttätig sich das Individuum in Zukunft verhalten wird. Ein sanftmütiger Vater oder eine ebenso sanftmütige Mutter würden für gewöhnlich bis zum Letzten gehen um ihre Kinder vor einem Angriff zu schützen; und das sollten sie auch. Gewaltlosigkeitsaktivisten, die es ablehnen ihre Kinder falls nötig mit Gewalt zu verteidigen sind in meinen Augen unmenschlicher und monströser als jeder Angreifer.

In Gesellschaft, Politik und persönlichen Beziehungen sind wir immer mit vielen verschiedenen Variablen und komplexen Interaktionen konfrontiert. Es ist oft schwer vorhersehbar, was das Ergebnis einer Entscheidung ist. Die Vereinfachung durch die Gewaltlosigkeit richtet sich an Menschen, die von der Komplexität verwirrt sind. Sie verhalten sich so, als ob das Hacken von Holz sie auf unausweichlichem Wege zu einem gewohnheitsmäßigen Axtmörder machen würde.

Von dem was ich bisher gesehen habe kann ich sagen, dass es von einer dogmatischen Persönlichkeit zeugt sich der Gewaltlosigkeit zu verschreiben. Und die Geschichte hat gezeigt, dass alle Dogmen unausweichlich gewalttätig in ihrer Natur sind. Gandhis und Nehrus indische Gewaltlosigkeitsclique hatten keine Bedenken Truppen mit Panzern nach Junagadh und Hyderabad im Jahre 1948 zu schicken um deren Unabhängigkeit zu beenden und so die eigene Machtposition zu sichern.

Die Gewalt auf ein Minimum bringen

Wir brauchen mehr als nur eine Kritik an der Gewaltlosigkeit wenn wir die Erde und die Menschheit effektiv vor den Prädatoren beschützen möchten, die Konzerne, Regierungen und Religionen leiten. An dieser Stelle, wie auch immer, erlaubt mir der Platz lediglich die Kritik an der Gewaltlosigkeit und die folgenden Vorschläge.

Es ist an dieser Stelle hoffentlich klargeworden, dass Gewaltlosigkeit nicht der beste Weg ist um Gewalt zu minimieren. Genausowenig selbstverständlich jegliche Ideologie die Gewalt glorifiziert.

Die richtige Strategie ist es die Gewalt minimal zu halten, während wir auf unsere Ziele hinarbeiten. Das setzt voraus, dass wir gleichermaßen die Fähigkeit des Militär-Industrie-Regierungskomplexes Gewalt auszuüben minimieren und dies selber mit dem kleinstmöglichen Maß an Gewalt tun.

Wie auch immer, es sollte klar sein, dass Sabotage keine Gewalt ist, wenn sie genutzt wird um die von Institutionen ausgeübte Gewalt zu beenden.

Sabotage muss wieder aufleben, als im Grunde positive Aktion, die genutzt werden kann um Situationen zu erschaffen in denen wirklich radikale Reformen möglich werden.

Selbstverteidigung muss ein persönliches Grundrecht sein, dass wir uns nicht nehmen lassen. Ansonsten laden wir brutale Angriffe auf uns, unsere Familien, unsere Organisationen und unsere Gemeinschaften zu uns nach Hause ein. Selbstverteidigung hält gewalttätige Institutionen in Schach. Sie muss einhergehen mit aufrichtiger Solidarität. Wir müssen Solidarität zeigen zu den Ökosystemen die angegriffen werden, und mit unseren Mitmenschen die angegriffen werden. Selbst die amerikanische Mittelschicht versteht und schätzt das Recht zur Selbstverteidigung.

Wir müssen besser urteilen als in der Vergangenheit. Wir müssen für jede Aufgabe das richtige Werkzeug nutzen. Wir dürfen uns nicht von Ideologie blenden lassen.

Wir müssen gewalttätige Mittel, wie Wahlen und Gerichtsverfahren nutzen wenn notwendig. Wir müssen den Konzernen die Macht entreißen die Regierung zu kontrollieren, so dass die Regierung selbst reformiert werden kann und vielleicht abgeschafft werden, um freiwilliger Gemeindekooperation den Vortritt zu lassen.

Der Weg nach vorne ist nicht einfach, aber werft die Last des Gewaltlosigkeitsdogmas von euren Schultern und wir haben eine deutlich höhere Chance da hinzukommen, wo wir hin wollen.

Es müssen nicht alle Gruppen oder Individuen auf die gleiche Art oder an den gleichen Problemen arbeiten. Respektiert die Arbeit eurer Mitaktivisten, aber lasst euch von ihnen nicht abhalten das zu tun, was ihr wisst was ihr tun müsst.

Beispielerklärungen gegen Gewalt und Gewaltlosigkeit

Viele Gruppen möchten klarstellen, dass sie, als Gruppe, Gewalt nicht als Mittel nutzen möchten. Ich stimme zu, dass dies für viele Gruppen vernünftig ist, aber für gewöhnlich werden sie an diesem Punkt oft schnell von Gewaltlosigkeitsaktivisten mit ihren Regelwerken festgenagelt.

Ich schlage vor etwas wie die folgenden Erklärungen zu benutzen in solchen Fällen:

“Wir versichern, dass unsere Gruppe keine Gewalt gegen Menschen anwendet oder zu ihr aufruft als Mittel um die Gewalt zu einem Ende zu bringen. Dennoch erkennen wir das Recht der Menschen zur Selbstverteidigung und zur Gemeinschaftsverteidigung an.”

Sollte eine Gruppe wirklich die gewalttätigen Auswirkungen von Gewaltlosigkeit verstehen, könnte sie eine Erklärung nutzen wie:

“Während unsere Gruppe gewalttätige Angriffe auf Individuen ablehnt und gewalttätige Angriffe auf die Umwelt, und solche Gewalt so schnell wie möglich minimieren und abschaffen möchte, lehnen wir die Ideologie der Gewaltlosigkeit ab, die ungerechte Institutionen zu der Ausübung von Gewalt ermutigt.”

Nonviolence and Its Violent Consequences : “Declawing the Revolution from within”
Thomas Paines Corner, 24.06.2009

Übersetzung Bite Back Germany | http://www.bitebackgermany.net

Comments

  1. Org says:

    Das ist ein Beitrag, der verarbeitet werden will.
    Es zeigt ja, dass Begriffe zu schnell verwendet werden, ohne die Konsequenzen bis zu Ende zu denken.
    Gewaltfreiheit bedeutet für mich nicht auf Selbstverteidigung zu verzichten. Auf so eine Idee wäre ich gar nicht gekommen.
    Trotzdem entstehen durch diesen Beitrag erneut Fragen. Eventuell klären die sich von selbst, wenn ich den Beitrag noch einige Male lese.
    Der Autor bezieht sich doch auf Wirtschaft, Politik, gesellschaftliche Zusammenhäng.
    Doch erst mal ist Gewalt im Individuum.
    Aber was sind die Ursachen von Gewalt (im Individuum) überhaupt?
    Wie entsteht Gewalt(im Individuum)?
    Wie sind die Zusammenhänge mit Gier und Macht?
    Wenn das nicht untersucht wird droht dann nicht eine Wiederholung?
    Das hat mich grad beschäftigt.

  2. anonymous says:

    leuchtet soweit ein , aber doch sind einige Wiedersprüche erkennbar:
    Der Irakkrieg z.B., die USA haben ihn ja offiziel geführt um die Diktatur Husseins zu beenden der ja wirklich schlimme Taten begangen hat. Sie halfen also so zu sagen dem Irakischen Volk sich selbst zu verteidigen. Wir wissen natürlich alle dass das nicht der Wahre grund für den Krieg war, aber es ist ein wahrer Aspekt! Trotzdem verurteilen wir diesen Krieg ( zu Recht!). Jetzt erwägen die USA einen Krieg gegen den Iran, ebenfalls unter dem Vorwand der Selbstverteidigung , wie soll man unterscheiden können ob diese Gewalt legitim ist oder nicht wenn man Gewalt nicht grundsätzlich ablehnt ?
    Und das Argument dass Gewalt Gegengewalt erzeugt , was ja hier so klar als Falsch benannt wird ist in Wirklichkeit nicht falsch , sondern ein Fackt. Dies wird sogar durch den hier gebachten Aufruf zur Selbstverteidigung bestätigt ! Ich bin ebenfalls der Meinung das Selbstverteidigung legitim ist , aber es ist defakto Gegengewalt die durch Gewalt erzeugt wurde ! Es ist auch nur selten davon aus zu gehen dass ein Aggresor dem Gegengewalt angetan wird, verschreckt wird. Im Sinne von Konflikten zwischen Völkern würden Gegenschläge fasst immer einen Erneuten, noch härteren Schlag des Aggressors ermutigen. Im Gegenteil, der Agressor könnte sich dann vor der Öffendlichkeit sogar als Opfer darstellen und somit noch weitere Schläge legitimieren. Angenommen z.B. ein Land gegen das die USA Krieg fühlt würde einen berechtigten Gegenschlag (im Sinne der Selbstverteidigung) auf Amerikanischen boden führen. Ist allen Ernstes an zu nehmen das die USA dann nicht mit einem noch schwereren Vergeltungsschlag (evtl. sogar Nuklear) antwortet ?
    Das soll nicht heißen dass man sich nicht verteidigen soll, aber so einfach wie es hier beschriben ist , funktioniert es eben auch nicht.
    Das gleiche gilt für Organisationen des sozialen Ungehorsams, der Sabotage oder der Befreiung von gequälten Tieren.
    Sicher ist es Notwendig und in der Summe auch gut so etwas zu tun, aber auch hier treffen Fackten zu die in dem Essay verneint worden.
    Jegliche Gewalt oder Zerstörung öffentlichen Eigentums resultiert nunmal wirklich eine negativer Reaktion der Presse und damit auch eine negativer Reaktion der Bevölkerung , das lässt sich nicht abstreiten, und das liegt auch nicht NUR an den Konzernen welche diese Medien sponsern, sondern auch wirklcih an der moralischen ablehung solcher taten durch menschen in der Redaktion der Medien die solche Taten nicht gutheißen. Und selbst wenn dies so währe ist es trotzdem so dass es dem öffendlcihen Ansehen einer Sache schadet wenn solche Mittel eingesetzt werden. Versteht mich nicht falsch, ich erkenne die Notwendigkeit direkter Aktionen durchaus, aber man sollte das Arument , dass diese dem öffentlichen Ansehen schaden nicht unter den Tisch kehren denn es ist ein Fack.

  3. Aggressor says:

    @anonymous
    Verstecke du dich mal schön in deiner Ecke und überlasse mal das Handeln den Leuten die den Arsch dazu in der Hose haben! Es interessiert uns mitlerweile einen Scheiß was die Leute denken, denn die denken noch nicht einmal im Entferntesten daran ihre perversen Angewohnheiten abzulegen und sind damit direkt an den Massenmorden schuld. Scheiß auf die Politik wenn man uns ernsthaft Leute vorsetzt wie Frau Aigner!
    Wenn sich schon über lange Zeit nichts ändern können soll, dann soll es wenigstens bei den Tierquälern mit einem großen Knall einschlagen und soviel wie Möglich Tiere befreien! Das Jahrzehntelange pazifistische gebettel und gejammer hat nichts gebracht, jetzt werden andere Seiten aufgezogen. Das ist FAKT (ohne C!).
    Greifen wir Ihre Infrastruktur an und pressen das Geld aus Ihnen durch direkte Aktionen heraus. Immer und immer wieder, so lang bis die Schäden höher sind wie die Profite! Eine Firma nach der anderen! Eine Pelzfarm nach der anderen! Ein Hochsitz nach dem anderen! Befreit die Tiere aus den verschissenen Laboren endlich! Es gibt viel zu tun, packen wir’s an! (auch ohne Dich…)

  4. anonymous says:

    Wer hat gesagt das ich nicht aktiv bin ? ich wollte lediglich klarstellen dass die Dinge nicht so einfach sind wie Im Text dargestellt und auch nicht so wie du es hier geschrieben hast .Sicher können wir einiges ändern, Viele retten aber letzendlich haben wir keine Chance wenn einige tausend gegen ganz Deutschland , oder sogar die Welt kämpfen. Es ist wichtig schon verlohren geglaubte Einzelschicksale zum positiven hin zu führen aber wir müssen einsehen dass man ohne Unterstützung der Öffendlichkeit, im Großen nichts bewegen kann. Du weist sicher dass die Autoritäten des Staates keine Skrupel haben gegen Minderheiten welche von der öffendlichkeit (also sprich den Massenmedien) als terroristisch eingestuft werden mit Mitteln vor zu gehen, denen wir nicht viel entgegen zu setzen haben (egal ob nun Gewalt oder Überzeugungskraft). Deshalb finde ich dass es am wichtigsten ist die Medien auf unsere Seite zu holen und dass schafft man sicher nicht mit Gewalt. Bis jetzt scheint der Widerstand des Staates und der Konzerne sich hier noch in grenzen zu halten. aber schau doch mal in die USA… der „Animal Enterprise Protection Act“ sagt ja wohl alles. sicher kann uns das noch nicht aufhalten aber es wird weiter gehen. Und zwar nciht nur in den USA, sondern überall auf der Welt wo Profite auf dem Spiel stehen und die Verursacher dieses Profiteinbruches keine breite Zustimmung der allgemeinheit haben. Natürlich kann man mit Hippigequatsche und einer “Peace, make love not war!” Philosophie nichts ändern, jedoch kann Gewalt nie gut sein! Sie kann themorär in einer akuten Notsituation angewand werden um Aggressoren ab zu wehren, aber nicht um eine Revolution herbei zu führen und durch zu setzen! Dies muss anders geschehen, nämlich friedlich! Gruppen wie die A.L.F. sind mehr als wichtig und ich unterstütze sie mehr als es in meinem text Warschenlich den Anschein hat, aber man kann große Ziele wie wir sie alle ansteben niemals Mit gewalt erreichen, schon gar nicht wenn man so in der Unterzahl ist wie wir. (außerdem ist es Fraglich ob wir wirklich eine friedliche welt wollen wenn der preis dafür Krieg ist). wobei ich die praktiken der ALF gar nicht als gewalttätig ansehen würde, da kein fühlendes Lebewesen dabei Physisch verletzt wird. aber auch mit Sabotage und befreiungen allein kann man nicht gewinnen. Mit aussagen wie “Es interessiert uns mitlerweile einen Scheiß was die Leute denken” und den daraus resultirenden Handlungen ist keinem Tier geholfen. Denn so bald Die Ausbeutenden menschen(also fast die gesammte weltbevölkerung, nicht nur die Konzerne an sich !!) Uns als Feind betrachten , wird es keinen offendlichen Widerstand mehr geben der die erbarmungslose Strafverfolgung von aktivisten anprangert. Die welt war entsetzt als die berichte über die praktiken der strafvervolgung in österreich bekannt wurden, auch außerhalb der Tierrechtsszene! Denkst du allen Ernstes dass dies noch so sein würde wenn wir uns zu “unbeliebt” bei der bevölkerung machen würden ? dann hätten der Staat und die konzerne freihe Hand und die welt würde applaudieren, wenn nciht sogar mit machen. Es ist ein schöner Gedanke einfach los zu ziehen und alles kurz und klein zu schlagen dass Unrecht ist, aber das ist zu einfach gedacht. Es sind nicht nur der Staat und die Konzerne die das verhindern werden , es sind die Menschen ! Die menschen die die Perversion tief verankert seit vielen generationen in sich Tragen. Wir müssen einen weg finden diese menschen auf unsere Seite zu bringen! Ich weis das kann dauern, aber überelege doch einmal wie lange es die Tierrechtsbewegung überhaupt giebt, vor etwas über 100 jahren hat nicht ein Mensch überhaupt in erwägung gezogen dass diese grausamkeiten Falsch sind. Man kann die archaischste angewohnheit der Menschheit nicht innerhalb eines Jahrhunderts ändern. Wir müssen ncoh viele viele Jahrzehnte an der einstellung der Menschen Arbeiten! Dazu müssen wir die Medien unbedingt “übernehmen”. und während wir das tun müssen wir selbstverständlich versuchen so viele Gequälte Seelen wie möglich durch direkte aktionen zu Retten ! aber dies kann keine absolutstrategie sein um das denken der menschen und damit die welt zu ändern! Deine (unsere) Ziele sind ehrwürdig, aber dein Denken ist Naiv. veränderung ist nicht so einfach wie der Autor dieses Essays schreibt, und schon gar nciht so einfach wie du es hier geschrieben hast. Möglicherweise kann es nicht einmal so klappen wie ich es mir ausmale, aber wir müssen situationen rational und nicht mit “Rambodenken” betrachten! denn an sonsten haben wir überhaupt keine chance etwas zu ändern! sicherlich Muss man direkt und aggresiv gegen neue Verschlechterungen wie in Wietze z.B. oder gegen “kleine” Ziele wie einzelne Pelzfarmen vor gehen, aber Global und vor allem langfristig kann das keine lösung sein. Wir Können mit solchen Mitteln einzelne zweige wie die Pelzindustie in deutschland schlagen (wenn überhaupt, denn es giebt noch mehr Befürworter dieser Praktiken als man denkt, und versichert sind diese Betriebe ja meistens auch .. ), aber mehr auch nicht! Und Ich lasse mich von dir nicht als faulen Angsthasen bezeichnen, du hast keine Ahnung was ich unternehme und was nicht! und das ist auch gut so! denn von Anonymität und und unzentraler organisation lebt diese Bewegung nun einmal! genau so ist es durchaus üblich orthografische- und Grammatische mittel zur Identitätsverschleierung gegenüber ermittluingsbehörden ein zu setzen .. das ist ein FA!!!C!!!KT ;)

  5. DADA says:

    So Gewaltfreiheit mehr den Gewalttätern nutzt als den Opfern, ist sie abzulehnen. Schopenhauer beschrieb das an einem sehr einfachen Beispiel. Es ist Unrecht einen Menschen in einem Keller einzusperren, weil er dadurch Leid erfahren würde. Es ist aber OK dies mit einem Einbrecher zu tun, der ins eigene Haus einbricht, weil dadurch Leid vermieden würde. Es muss also immer ganz undogmatisch abgewogen werden, was mehr Leid verursachen würde, die Gegengewalt oder die Gewaltfreiheit. Tierbefreiungen, die der Gewalt entgegen wirken, sind OK, da Tierbefreiungen abzulehnen, nur die Gewalt gegen nichtmenschliche Tiere fördern würde. An Steve Best gefällt mir, dass er keine Wahrheiten akzeptieren will. Das ist eine gute Basis für effektive Tierrechtsarbeit. Machen wir also weder die Gewalt, noch die Gewaltfreiheit zu unseren Götzen, wenn es um das Leben anderer geht. Wenn es um unser eigenes Leben ginge, wäre wir auch nicht derart dogmatisch und wählerisch. Dennoch gilt der Satz: “Wenn Du gegen Drachen kämpfst, achte darauf, dass du nicht selber zu einem Drachen wirst. ” Gerade bei Hochsitzabrissen und anderen TBA erkennt man sehr gut die Notwendigkeit von einer Gewalt gegen Gewalt und die Heuchelei jener, die solche Directe Actionen ablehnen. Wenn mir manche Directe Actionen zu gefährlich erscheinen, dann lasse ich sie, falle aber nicht jenen in den Rücken, die dies anders sehen und diese Actionen durchführen. Es gibt kein Dogma und keine Wahrheit, die uns in diesen Fragen ständig die richtigen Wege weisen, wir müssen schon immer wieder aufs neue die Dinge, die wir tun oder lassen, selber abwägen.

  6. tul says:

    “Dennoch wurde Japan nach dem Krieg eine bemerkenswert friedliche Gesellschaft.

    Ganz klar wurden die Männer, die in den Krieg zogen keine brutalen, unkontrollierbaren Psychopathen geworden, bloß weil sie eine Zeit lang brutalen Befehle befolgt haben.”

    der Japanologe in mir weint gerade… gemeinsam mit dem ganzen Verschwörungstheoretischem Blahblah ist das wohl das schlimmste an diesem Text.
    Gewalt wird in diesem Text nicht definiert. Und auch wenn der Autor versucht Aufklärung zu leisten bleibt er doch behaarlich bei seiner Meinung. Es existieren schon wahrlich bessere Texte zu diesem Thema, zum beispiel ein kapitel in uri gordons buch “anarchy alive”.

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