Daniel Shaull verbrennt sich vor Pelzgeschäft…

von Peter Young

Ein Mann hat sich am Mittwoch vor “Ungar Furs” in Portland, Oregon angezündet. Nachdem er sich selbst mit Benzin übergossen hatte, versuchte er den Laden zu betreten, er rief immer wieder “Da sterben Tiere! Es sterben Tiere.” Nachdem die Polizei die Flammen gelöscht hatte, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er später starb.

Es handelt sich um Daniel Shaull, 26 Jahre, aus Kansas. Bei den örtlichen Aktivisten mit denen ich sprach, war er namentlich keinem bekannt und niemand hat ihn als Teilnehmer einer aktuellen Kampagne gegen Ungar Furs wiedererkannt. Zu diesem Zeitpunkt sieht es laut Zeugenaussagen ganz danach aus, dass dieser Mann sich geopfert hat, um Aufmerksamkeit auf das schreckliche Leiden der Tiere in Pelzfarmen zu lenken.

Ein TV-Bericht, der vor seinem Tod ausgestrahlt wurde, findet sich hier:
http://www.katu.com/news/local/82841752.html?tab=video

Ungar Furs ist ein Pelzgeschäft in Portland gegen das Aktivisten seit längerer Zeit eine Kampagne führen. Ungar wurde zum Ziel nachdem ein anderes Pelzgeschäft in Portland aufgrund von Protesten erfolgreich geschlossen wurde: “Schumacher Furs”. Die Inhaber von “Schumacher Furs” gaben zu, dass die Proteste von Tierrechtsaktivisten 2007 zu ihrer Schliessung führten.

Neben allen Spekulationen, ist es meiner Meinung nach wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich hier tatsächlich um eine Aktion einer einzelnen Person handelt, die sich gezwungen sah angesichts unsäglichen Tierleids das grösste Opfer zu bringen. Wenn einem jede legale Möglichkeit eine Änderung zu bewirken genommen wird, werden die Menschen sich zunehmend zu solchen Aktionen gezwungen sehen, die sowohl Aufmerksamkeit auf das Elend der Tiere lenken, wie auch einen gewaltigen Effekt auf diejenigen haben, die sie ermorden.

Shaull ist nicht der Erste in den USA, der sein Leben im Kampf für die Befreiung der Tiere gab. Dies ist die Zeit, um sich an William Rodgers zu erinnern, der sich 2005 in einem Gefängnis in Arizona das Leben nahm, nachdem er wegen verschiedener ALF-Aktionen dort festgehalten wurde. Es ist auch Zeit sich an Alex Slack zu erinnern, der sein Leben nahm, während er auf seinen Prozess wartete, der ihm wegen der A.L.F-Aktion gegen die Pelztierzüchter in Utah, 1999, gemacht wurde.

Wenn jemand Daniel Shaull kennt, möge er bitte “Voice of the Voiceless” kontaktieren, so dass wir die ganze Geschichte seines Protests bekanntmachen können.

Für diejenigen die behaupten, dass die Tierrechtbewegung “gewalttätig” sei, sollte dies eine weitere Erinnerung daran sein, dass jedes Opfer bis zum heutigen Zeitpunkt auf unser Seite gefallen ist. Daniel Shaull ist nur das letzte Opfer.

“Wenn dies das ist, was die Welt aus uns gemacht hat, dann lasst sie mit den Konsequenzen leben”.

Quelle: http://www.voiceofthevoiceless.org/man-sets-himself-on-fire-at-portland-fur-store/
Übersetzung: biteback.de


Nachtrag: die Details werden immer tragischer…

Der Vater von Daniel hat sich zu Wort gemeldet… er beschreibt Daniel als grosszügigen, jungen Mann, der alles gegeben hätte, was er besaß… sogar seine Jacke, auch wenn er selbst deswegen gelitten hätte. Er sagte einmal zu seinem Vater, dass die Leute ihn deswegen wohl für “verrückt” halten würden, aber er hätte das Gefühl die Welt um ihn herum wäre verrückt.

Warren Shaull wies in einem Interview mehrfach darauf hin, dass sein Sohn sich über die Gewalt in der Welt aufgeregt hätte und über die andauernde Unfähigkeit die sozialen Probleme zu lösen.

“Vielleicht lag es an seiner Denkweise, dass er glaubte dies wäre der einzige Ausweg,” Daniel wäre überzeugt gewesen, dass “sich nichts je ändern würde und man nichts dagegen tun könnte.”

Er reiste im Bus umher, er wollte nach Oregon, weil er glaubte, dass dort eine grosse Zahl von Vegetariern leben würde, in Portland wollte Daniel zu “Mission Teen”, die sich um Jugendliche kümmern. Er wollte als Sozialarbeiter helfen.

Als er im Krankenhaus starb, sagte er zu einem Pastor “Ich hoffe, dass mich jemand liebt.”

die Informationen kommen aus folgendem Bericht (engl.):
http://www.katu.com/news/local/82986637.html

Trotz dieses eindeutigen Interviews mit KATU finden sich zeitgleich erstaunlich viele Medienberichte (und zugehörige Kommentare), in denen behauptet wird, sein Vater hätte abgestritten, dass es Daniel bei seiner Tat um Tiere ging, er wäre schon vorher suizidal gewesen… (und das natürlich ohne Grund oder Bezug zur Gewalt in der Welt). In einem anderen Bericht steht er wollte sich vor Ort einer “Sekte” anschliessen (womit “Mission Teen”, eine Hilfsorganisation, gemeint sein dürfte…). Es scheint, dass bestimmte Kreise vermeiden möchten, dass ein Bezug zu der Grausamkeit gegen Tiere hergestellt wird.

Die Verleumdungsstrategie scheint allerdings noch nicht einheitlich zu verlaufen, da die Gegenseite auch behauptet, dass ansässige Geschäftsleute Daniel als Antipelzaktivisten wiedererkannt hätten…. um daraufhin der Tierrechtsbewegung -sowie ihrer “Militanz”- schuld an seinem Tod zu geben und nicht etwa ihrem eigenen grausamen Treiben.

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