Wikileaks veröffentlicht “The Afghan War Diary”

WikiLeaks hat über 75.000 geheime US-Militärberichte über den Krieg in Afghanistan veröffentlicht.

“The Afghan War Diary” beinhaltet ein Kompendium von 91,000 Berichten über den Krieg von 2004 bis 2010. Sie beschreiben den Grossteil der US-Militäraktionen und die Anzahl der Menschen die dabei getötet, verwundet oder verhaftet wurden, sowie die genaue geographische Ortsangabe jedes einzelnen Vorfalls, welche Einheiten daran beteiligt waren und welche Waffensysteme.

Die Realität des Krieges. Geschrieben von Soldaten und Offizieren der Geheimdienste, die den Berichtübertragungen von der Front zugehört haben. Sowie auch Informationen der Marine, von US-Botschaften und Berichte über Korruption in ganz Afghanistan.

Wikileaks: “Wir hoffen diese Veröffentlichung wird zu einem weitreichenden Verständnis des Krieges in Afghanistan führen und die Grundvorausetzungen dafür schaffen seinen Kurs zu ändern.”

Dem Spiegel gegenüber sagte Julian Assange:

Diese Daten sind die umfassendste Beschreibung eines Krieges, die es jemals während eines laufenden bewaffneten Konflikts gegeben hat – also zu einem Zeitpunkt, an dem man noch etwas zum Guten wenden kann. Sie enthalten Aufzeichnungen zu mehr als 90 000 Zwischenfällen, samt präzisen geografischen Angaben. In seiner Fülle stellt das Material alles in den Schatten, was bisher über Afghanistan gesagt wurde. Es wird nicht nur unseren Blick auf diesen Krieg verändern, sondern auf alle modernen Kriege.

Das Material wirft ein Schlaglicht auf die alltägliche Brutalität und das Elend des Krieges. Es wird die öffentliche Meinung verändern und auch die von Menschen mit politischem und diplomatischem Einfluss.

und…

Die gefährlichsten Männer sind diejenigen, die Krieg führen. Wir müssen sie stoppen. Wenn mich diese Auffassung in ihren Augen gefährlich macht, dann ist es eben so.

Die Dokumente können in chronologischer Reihenfolge eingesehen werden, sie wurden von den US-Streitkräften in über 100 Kategorien sortiert wie: “Eskalation der Gewalt”, “Friendly Fire”, etc.
Sie können auf wikileaks nach “Schweregrad” durchsucht werden… der Anzahl der Menschen die insgesamt getötet, verletzt oder festgenommen wurden. Das Archiv gibt einen Einblick in die Tragödien über die von der Presse nie berichtet wurde, welche aber die erschütternde Überzahl von Toten und Verletzten ausmachen.

Wikileaks: “Die Veröffentlichung von 15.000 weiteren Berichten wurde verzögert, weil es aus Gründen der Schadensverminderung von unser Quelle verlangt wurde. Nach Einsicht werden auch diese Dokumente aufbereitet und veröffentlicht, und wahrscheinlich vollständig, wenn es die Sicherheitssituation in Afghanistan erlaubt.”

Das Archiv kann hier eingesehen werden: http://wardiary.wikileaks.org
(wikileaks.org ist derzeit komplett überladen, man bittet über twitter auf diese Subdomain auszuweichen, sie war zuletzt allerdings auch nicht mehr erreichbar)

Das weisse Haus gab bereits “Empfehlungen” darüber heraus, wie die Presse darüber berichten soll und was man von Wikileaks zu halten habe.

“Wenn ihr darüber berichtet, solltet ihr erwähnen, dass Wikileaks kein objektives journalistisches Medium ist, sondern vielmehr eine Organisation die gegen die US-Verfahrensweise in Afghanistan ist.”

Bite Back Germany | http://www.bitebackgermany.net

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  1. [...] Algorithmus, es gilt als nahezu unmöglich die Datei zu entschlüsseln. Sie ist 20x grösser als alle bisher veröffentlichten 77.000 Afghanistan Dokumente [...]

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